Gestern noch die Bestzeit im Shakedown, heute der frühe Ausfall, nur wenige Kilometer nach dem Start der ersten Prüfung. In einer mittelschnellen Rechtskurve kam Oliver Solberg (Toyota) untersteuernd von der Linie ab, prallte gegen eine Böschung und wurde von dort in ein Waldstück geschleudert. Sein Auto blieb so ungünstig hängen, dass an eine Weiterfahrt nicht zu denken war. Damit verpasste Solberg nahezu den gesamten ersten Rallyetag – ein bitterer Rückschlag.
Nur kurze Zeit später folgte der nächste prominente Ausfall: Elfyn Evans (Toyota), der zu diesem Zeitpunkt die Rallye anführte, rutschte nach einem mutmaßlichen Fehler im Aufschrieb in einer Rechtskurve von der Strecke. Sein Fahrzeug landete tief im Gebüsch und konnte ebenfalls nicht mehr befreit werden. Damit war auch für den WM-Spitzenreiter vorzeitig Schluss.
Besonders tragisch verlief die Rallye auch für Jon Armstrong (Ford), der zunächst mit starkem Tempo überzeugte und zwischenzeitlich im Spitzenfeld lag. Doch schon früh wurde er durch einen Reifenschaden eingebremst, der ihn rund eine halbe Minute kostete. Trotz dieser Einbuße kämpfte er sich mit schnellen Zeiten zurück, ehe ihn ein weiterer Zwischenfall endgültig aus dem Rennen riss. Nach Untersteuern in einer schnellen Passage versuchte Armstrong, das Auto mit der Handbremse zu korrigieren, touchierte dabei jedoch einen Betonrand. Der Einschlag führte zu gleich zwei weiteren Reifenschäden, und da keine Ersatzreifen mehr zur Verfügung standen, blieb ihm nur die Aufgabe.
Enger Kampf an der Spitze
Auch dahinter blieb kaum ein Fahrer verschont. Adrien Fourmaux (Hyundai) verlor durch einen frühen Plattfuß viel Zeit und schleppte sein beschädigtes Auto mit zerstörtem Vorderreifen ins Ziel, was ihn deutlich zurückwarf. Andere Piloten wie Hayden Paddon (Hyundai) oder Thierry Neuville (Hyundai) kamen zwar ohne Ausfall durch, kämpften jedoch mit extrem schwierigen Bedingungen. Vor allem Schmutz und lose Partikel auf der Strecke, die durch das Schneiden der Kurven auf die Fahrbahn geschleudert wurden, sorgten für ständig wechselnde Gripverhältnisse. Zu Tageshalbzeit führt Sami Pajari (Toyota) mit 8,4 Sekunden vor Takamoto Katsuta (Toyota), der sich knapp an Neuville vorbeischieben konnte.
Zwischenstand nach WP 4 von 20
| 1 | Sami Pajari / Marko Salminen | Toyota GR Yaris Rally1 | 36:09.1 |
| 2 | Takamoto Katsuta / Aaron Johnston | Toyota GR Yaris Rally1 | +8.4 |
| 3 | Thierry Neuville / Martijn Wydaeghe | Hyundai i20 N Rally1 | +8.7 |
| 4 | Hayden Paddon / John Kennard | Hyundai i20 N Rally1 | +41.4 |
| 5 | Josh McErlean / Eoin Treacy | Ford Puma Rally1 | +50.8 |
| 6 | Adrien Fourmaux / Alexandre Coria | Hyundai i20 N Rally1 | +1:29.0 |
| 7 | Yohan Rossel / Arnaud Dunand | Lancia Ypsilon Rally2 HF Integrale | +1:31.6 |
| 8 | Nikolay Gryazin / Aleksandrov K. | Lancia Ypsilon Rally2 HF Integrale | +1:40.8 |
| 9 | Romet Jürgenson / Siim Oja | Ford Fiesta Rally2 | +1:42.3 |
| 10 | Léo Rossel / Guillaume Mercoiret | Citroën C3 Rally2 | +1:47.0 |


