Ogier sollte auch auf Latvala achten

PR-Panne oder geschicktes Psychospielchen? Beim Blick auf die Rallye Deutschland rechnet Sebastien Ogier einigen Konkurrenten gute Chancen aus. Seinen Teamkollegen übersieht der Weltmeister. Dabei hat Jari-Matti Latvala in Finnland viel Selbstvertrauen getankt und nicht nur deshalb sollte ihn Ogier auf der Rechnung haben.

19. August 2014

Michael Heimrich

Die Erinnerungen an das Vorjahr schmerzten lange. Jari-Matti Latvala fuhr in Deutschland die beste Asphaltrallye seiner Karriere und der Sieg war zum Greifen nahe. Doch dann rutschte er auf der zwölften Prüfung von der Strecke ab und beschädigte die Beifahrertür. Der Anfang einer verhängnisvollen Kettenreaktion. Im Service wurde der Schaden nicht korrekt behoben, die Tür sprang anschließend immer wieder auf und Beifahrer Miikka Anttila hatte mehr damit zu tun, seine Seite geschlossen zu halten, als den Aufschrieb korrekt vorzubeten. Es kam wie es kommen musste: Eine Ansage war den entscheidenden Tick zu spät und Latvala rodelte mit dem rechten Hinterrad gegen einen Stein, zerdepperte sich die Aufhängung und strandete wenig später im Unterholz. Der sicher geglaubte Heimsieg von Volkswagen war dahin, durch den blau-weißen Service zog ein eiskaltes Lüftchen der Ernüchterung.

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Nicht nur die VW-Mechaniker würden einen möglichen Türschaden mittlerweile besser in den Griff bekommen, auch Latvala hat den Tiefschlag verdaut und ist besser drauf denn je. Beim Sieg in Finnland zeigte er eine mentale Stärke, die man ihm früher nicht zugetraut hätte, kein Wunder also, dass Teamkollege Ogier jetzt alle Register zieht und Latvala bewusst von seiner Favoritenrolle für die Rallye Deutschland streicht. Auf die Hyundai-Piloten rund um Thierry Neuville und Citroën-Pilot Kris Meeke sei zu achten, so der Franzose. Latvala bleibt außen vor.  Doch der gibt sich gelassen und will die Situation nach seinem Finnland-Sieg zu seinem Vorteil. „Diese Rallye zu gewinnen war etwas ganz Besonderes. Die Fans haben mich unglaublich toll unterstützt – und auf heimischem Boden zu gewinnen ist ein einzigartiges Gefühl. Dieses möchte ich mit in die nächste Rallye nehmen“, so Latvala, der in Deutschland vor allem wechselhaftes Wetter als eine der größten Herausforderungen sieht. „Das macht zum einen das Fahren und zum anderen die Reifenwahl ziemlich knifflig. Mit dem Untergrund selbst habe ich kein Problem – ich mag Asphalt-Rallyes und besonders die Streckeneigenschaften der Rallye Deutschland.“
Immerhin gibt sich Latvala nach dem Finnland-Erfolg deutlich angriffslustiger. „Mein Ziel ist es, an die Rallye Finnland anzuknüpfen und wieder um den Sieg zu kämpfen“, so der 29-jährige, der seinen neuen Eifer im Nachsatz wieder relativiert. „Ein Ergebnis unter den Top Drei wäre aber schon erfreulich.“ So oder so, Weltmeister Ogier sollte seinen Teamkollegen auch in Deutschland auf der Rechnung haben.

VIDEO: Die Testfahrten für die Rallye Deutschland

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