Ogier: Mit gemischten Gefühlen nach Trier

In Deutschland könnte Sebastien Ogier vorzeitig Weltmeister werden. Doch sein Volkswagen-Team war beim eigenen Heimspiel bislang erfolglos. Das soll sich natürlich in diesem Jahr ändern.

14. August 2015

Michael Heimrich

Bisher überall siegreich, eben nur nicht in Deutschland – Die Bilanz von Volkswagen beim eigenen WM-Heimspiel ist überschaubar. Das soll sich in der kommenden Woche endlich ändern. 
Mit ausgiebigen Testfahrten auf Korsika und in Deutschland hat sich das Team auf die speziellen Bedingungen vorbereitet und mit allen Fahrerpaarungen Basis-Abstimmungen für den Polo R WRC der zweiten Generation erarbeitet. Anders als in den Vorjahren setzt Volkswagen keine neu aufgebauten, sondern gebrauchte Chassis für Sebastien Ogier und Jari-Matti Latvala ein – jene, die bereits bei der „Monte“, in Mexiko, Portugal und Polen am Start waren.
Ogier weiß, welcher Druck auf seinen Schultern lastet. Als schnellster Fahrer in der Topliga soll vor allem er für den Heimsieg seiner Marke sorgen. „Ich denke mit gemischten Gefühlen an die Rallye Deutschland“, meinte der Topfavorit. „Einerseits habe ich dort 2011 gewonnen und war immer schnell unterwegs. Auf der anderen Seite habe ich 2014 schmerzhaft zu spüren bekommen, dass kleine Fehler auf den schmalen Straßen sofort bestraft werden. Aber das ist Vergangenheit. Dieses Jahr wollen wir es besser machen und das ist auf jeden Fall möglich. Wir müssen aber auf den Punkt konzentriert sein und Fehler vermeiden.“

Kein Gedanke an den Titel

Nur ein Sieg würde Ogier und seinen Beifahrer Julien Ingrassia bei der Rallye Deutschland 2015 frühzeitig zum Weltmeister küren. Und selbst in diesem Fall wären sie auf die Mithilfe ihrer direkten Gegner Jari-Matti Latvala, Mads Östberg, Andreas Mikkelsen sowie Thierry Neuville angewiesen. Denn Ogier müsste in Deutschland seinen derzeitigen Vorsprung von 89 um 23 auf 112 Zähler ausbauen. 25 Punkte gibt es für einen Sieg, weitere drei für den Gewinn der sogenannten Power-Stage.
„Unter bestimmten Umständen könnten Julien und ich bereits in Deutschland die Titel in der Fahrer- und Beifahrer-Weltmeisterschaft holen. Aber wir werden nur auf uns schauen und wollen die Rallye erfolgreich beenden – im Optimalfall natürlich in der Mitte des Podiums“, meinte Ogier.

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