Die Stimmung war schon einmal besser, und mittlerweile macht Thierry Neuville aus seinem Herzen keine Mördergrube mehr und prangert die Zustände im Hyundai-Team öffentlich an. An erster Stelle steht dabei der bockige i20 Rally1, dessen Abstimmung eher einer Lotterie gleicht. „Das Fenster, in dem es funktioniert, ist extrem klein“, urteilt Neuville im Gespräch mit Motorsport aktuell. „Will man Grip, ist das Auto viel zu weich und kaum fahrbar. Ist das Auto präzise, hat man keinen Grip.“
Obwohl Hyundai mit FX Demaison einen Techniker an Bord holte, der mit dem VW Polo WRC das erfolgreichste Rallyeauto aller Zeiten baute, konnten diese Probleme nicht behoben werden. Für Neuville ist das ein grundsätzliches Problem. „Man kann das Hyundai-Team von heute nicht mit jenem vor zwei Jahren oder davor vergleichen. Die Infrastruktur ist nicht mehr die gleiche, und bei den Leuten ist es ein Kommen und Gehen. Wir Fahrer müssen den neuen Ingenieuren das Auto erklären. Im Grunde fangen wir alle drei Wochen von Neuem an. Das zieht nicht nur mich, sondern auch andere runter. Das Ganze wird durch das extrem limitierte Reglement erschwert“, so der Belgier.
Wage Zukunft
Hoffnung auf eine Trendwende macht sich der Ex-Weltmeister nur wenig. Noch immer fehlt ein klares Bekenntnis seitens Hyundai zum Engagement in der Rallye-WM. An einem Auto nach WRC27-Reglement wird – im Gegensatz zu Toyota – überhaupt nicht gearbeitet. Das hat auch Einfluss auf den Mitarbeiterstamm. „Aktuell sind etwa zehn Stellen ausgeschrieben. Aber ohne Zukunftsperspektive melden sich da doch eher zweitklassige Leute, die gerade einen Job brauchen, aber keine qualifizierten Fachkräfte, die uns weiterbringen“, urteilt Neuville scharf.

