Loeb tanzt im Regen alle aus

Ein heftiger Regenschauer stoppte alle Versuche der Konkurrenz Spitzenreiter Sebastien Loeb anzugreifen. Der hatte zwar auch auf die falschen Reifen gesetzt, zauberte aber eine beeindruckende Bestzeit auf den nassen Asphalt.

25. August 2012

Michael Heimrich

Eine kalte Dusche gab es am Morgen der zweiten Deutschland-Etappe. Heftige Regenschauer zogen über den Abschnitt "Stein und Wein", kein Team hatte den plötzlichen Wetterumschwung vorausgesehen. Sie hatten Niederschläge erst gegen 11 Uhr erwartet.

 

Auch Sebastien Loeb hatte die harte Mischung seiner Michelin-Reifen aufgezogen, die falsche Wahl. Dennoch setzte der Weltmeister eine beeindruckende Bestzeit und war 21.4 Sekunden schneller als Petter Solberg, der die zweitschnellste Zeit fuhr. "Ich hatte auch ein wenig Glück", gab Loeb zu. "Hinter mir fing es noch heftiger an zu regnen." Mit einem Vorsprung von 41.6 Sekunden liegt Loeb nach WP8 auf sicherem Kurs zum neunten Deutschland-Sieg.

 

Die letzten minimalen Chancen der Konkurrenz auf ein Wunder wurden von den Niederschlägen weggespült. "Es waren unglaubliche Bedingungen" stöhnte Petter Solberg und Jari-Matti Latvala hatte Glück, überhaupt ins Ziel zu kommen. "Wir waren an einer Stelle ziemlich weit draußen", gab der Finne zu. Auch auf WP8 leistete er sich einen Fehler und fuhr in einem Abzweig geradeaus. Der zusätzliche Zeitverlust warf ihn auf Rang fünf zurück.

 

Dani Sordo gelang dagegen der Sprung aufs Podium. "Ich gehe kein Risiko ein, ich fahre und bremse normal", wundert sich der Spanier offensichtlich selbst über seine Leistung, die Bestzeit auf WP8 und den dritten Platz. Hinter ihm behauptet sich Thierry Neuville weiterhin auf Rang vier, trotz mehrerer Dreher in der siebten Prüfung. Ein Mißgeschick, dass ihm auch auf WP8 unterlief. "Es war eine wirklich gute Prüfung, doch am Ende drehte ich mich in einer Links-Spitzkehre. Ich bin dieses Auto noch nicht so gewöhnt und bin zu früh auf das Gaspedal gestiegen", sagte der Belgier.  

 

Während sein Teamkollege Loeb die Lage souverän unter Kontrolle hat, müht sich Mikko Hirvonen weiterhin sichtlich mit den Bedingungen ab. "Ich versuche Probleme zu vermeiden", erklärte der Citroën-Pilot, der mit einem Rückstand von fast zwei Minuten Sechster ist. Hinter ihm folgen die Ford-Privatiers Ott Tänak und Mads Östberg. Mini-Pilot Chris Atkinson ging unter diesen schwierigen Bedingungen ebenfalls auf Nummer sicher. "Es ist das erste Mal für mich mit diesen Reifen im Nassen. Wir können die Jungs an der Spitze nicht abfangen, deshalb haben wir ein bisschen aufgesteckt und eine sensiblere Herangehensweise gewählt. Ich bin ganz zufrieden", meinte Atkinson.

 

Sebastien Ogier verteidigt als bester S2000-Pilot seinen zehnten Gesamtrang. Sepp Wiegand kann sich im Duell der beiden deutschen Skoda-Youngster etwas Luft verschaffen, weil Hermann Gassner jr. durch einen Reifenschaden auf WP7 viel Zeit verlor.

 

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