Latvala: Ein Jahr danach …

Jari-Matti Latvala musste in seiner Karriere schon viele Ausfälle verdauen. Doch das Ende der letztjährigen Rallye Deutschland war besonders bitter. Am Wochenende wird sich zeigen, ob der Finne den Ausrutscher verdaut hat.

17. August 2015

Michael Heimrich

Rückblende 2014. Jari-Matti Latvala muss nach dem Abflug von Sebastien Ogier den VW-Heimsieg absichern, ein Ausfall ist nicht akzeptabel. Am Samstag leistet sich Latvala bei schwierigen äußeren Bedingungen keinen Patzer und startet mit über 55 Sekunden Vorsprung in die letzte Etappe. Vier kurze Prüfungen trennen ihn vom erwarteten Erfolg. Aber Latvala wird eine Änderung im eigenen Aufschrieb zum Verhängnis. In einer langgezogenen Linkskurve gerät sein Polo zu weit nach außen, auf dem nassen Gras verliert das Heck den Grip und schon geht es hinab in den Weinberg. Weit unten bleibt Latvala mit dem Auto an einem Geländer hängen und die Bilder, wie der Finne anschließend versucht, seinen Polo von Eisenstangen und Draht zu befreien, sind herzzerreißend.
Im Servicepark herrscht statt Vorfreude plötzlich eisige Stimmung. VW-Sportchef Jost Capito muss vor laufender Fernsehkamera erklären, warum es wieder nicht zum Sieg beim Heimspiel reichte. Latvala sitzt unterdessen wie ein Häufchen Elend im Weinberg und schwört: „Nie wieder werde ich so etwas machen.“
Zwölf Monate sind seitdem vergangen und nun muss sich zeigen, ob der 30-jährige seine Lektion gelernt hat. „Ich bin auf jeden Fall bereit. Der Sieg in Finnland hat mir einen enormen Motivationsschub gegeben. Davor lief es nicht so rund, aber bei meiner Heim-Rallye habe ich gezeigt, dass ich mich im direkten Duell durchsetzen kann“, sagte der Finne. „In der Saison 2013 habe ich die Rallye Deutschland bis Samstagnachmittag angeführt, vergangenes Jahr bis Sonntagmorgen – dieses Jahr wäre es schön, wenn ich die Führung bis zum Ende halten könnte.“
Genügend Trainingsmöglichkeiten auf festem Untergrund hat Volkswagen seinen Fahrern verschafft. Auch Latvala kommt bestens vorbereitet nach Trier. „Michelin stellt bei der Rallye Deutschland einen neuen Reifen bereit, den H4, an den wir das Setup des Polo R WRC bei den Tests vor einer Woche angepasst haben. Wir haben dieses Jahr zudem auf Korsika getestet. Also konnte ich mich schon an das Fahren auf Asphalt gewöhnen“, sagte Latvala. „Asphalt-Rallyes sind sehr speziell, weil wir Fahrer uns in kurzer Zeit auf verschiedene Oberflächen mit unterschiedlichen Eigenschaften einstellen müssen. Besonders schwierig ist das bei der Rallye Deutschland auf der Panzerplatte“, erklärt Latvala weiter. Dennoch zählt die Strecke auf dem Truppenübungsplatz in Baumholder zu seinen Favoriten am kommenden Wochenende. „Sie ist zum Teil wie in Finnland: hügelig, die Straße ist breit, der Grip verändert sich ständig und die Geschwindigkeit ist hoch. Das mag ich, weil es flüssig zu fahren ist.“

VIDEO: Unfall Jari-Matti Latvala – Deutschland 2014



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