Mit nur zwei Siegen war die vergangene Saison keine erfolgreiche für Hyundai. Das Team mit Sitz in Offenbach am Main war der Konkurrenz von Toyota klar unterlegen. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Nicht nur Abstimmungsprobleme nach dem Ausbau der Hybrid-Einheit trug zum schwachen Abschneiden bei, auch teamintern fehlte lange Zeit ein klares Bekenntnis zum Rallyesport. Cyril Abiteboul, Hyundais oberster Motorsportverantwortlicher und Ex-Teamchef in der Formel 1, kritisierte wiederholt die Pläne zur Vermarktung der Rallye-WM und forcierte parallel den Einstieg der Tochtermarke Genesis in die Langstrecken-WM.
Viel zu spät bekannte sich Hyundai zur Rallye-WM 2026, allerdings fehlt darüber hinaus weiterhin jede offizielle Zusage. Lediglich die Aussicht auf einen überarbeiteten Rally2 für den Kundensport steht derzeit im Raum.
„Bevor 2027 ein neues Regelwerk in Kraft tritt, haben wir uns vorgenommen, alle Ressourcen zu bündeln, um 2026 zu beweisen, dass wir konkurrenzfähig sind und um die WM-Titel kämpfen können“, erklärte Abiteboul gegenüber Motorsport aktuell und versprach: „Unser Technikdirektor ‚FX‘ Demaison fokussiert sich jetzt stärker auf das WRC-Projekt, um dieses Ziel zu erreichen. Der Erfolg wird darüber entscheiden, wie es in Zukunft weitergeht.“
Mit der Entscheidung, Rally1- und Rally2-Fahrzeuge künftig auf eine Stufe zu heben, ist Abiteboul weiterhin nicht zufrieden. „Wir glauben nach wie vor an den Rallyesport, wie unser starker Fokus auf 2026 belegt. Allerdings sorgt das neue technische Regelwerk aus meiner Sicht momentan für mehr Fragen als Antworten, denn letztlich verlieren wir die bisherige Topklasse, was für den professionellen Teil des Rallyesports eher ein Nachteil ist“, so der Franzose.
