FIA will Ogier einbremsen

Ein Seriensieger aus Frankreich kostete bereits in den letzten Jahren die Spannung in der Weltmeisterschaft und nachdem Sebastien Loeb zurückgetreten ist, schlüpft sein Landsmann Sebastien Ogier nahtlos in die Rolle des einsamen Dominators. Die FIA will darauf reagieren.

16. August 2013

Michael Heimrich

Die Übermacht eines einzelnen Fahrers ist schlecht fürs Geschäft. Das war nicht nur in der Formel-1 zu Zeiten eines Michael Schumachers so, das gilt insbesondere für die Rallye-WM, die in den letzten neun Jahren von Sebastien Loeb dominiert wurde. Kaum ist der Rekord-Champion abgetreten, rückt sein Landsmann Sebastien Ogier an dessen Stelle und schickt sich an, die Weltmeisterschaft noch deutlicher zu beherrschen. Die Verantwortlichen sind alarmiert und diskutieren erste Schritte, wie man den VW-Piloten einbremsen könnte.

Eine Maßnahme wäre die Umkehrung der Startreihenfolge. Statt als Führender hinter seinen Kontrahenten loszufahren und bei Schotterrallyes eine sauber geputzte Piste zu genießen, müsste Ogier wieder ganz vorne starten und selber die Kehrmaschine spielen. Das kostet Zeit und das würde die Konkurrenten wieder näher an ihn heranbringen.

Gab es alles schon einmal, denkt sich der routinierte Rallyefan, denn vor nicht allzu langer Zeit beherrschte nur ein Thema die Weltmeisterschaft: „Wie sehr muss ich am Ende einer Etappe vom Gas gehen, damit ich am nächsten Tag nicht als Erster losfahren muss?“

Auch bei der FIA ist man aktuell noch ratlos, welches die beste Lösung ist. „Für mich sieht es aber so aus, als würden wir den schnellsten Jungs Geschenke verteilen“, erklärte Rallye-Direktor Jarmo Mahonen gegenüber ‚Autosport‘. Um ein absichtliches Abbremsen zu verhindern, überlegt man unter anderem, zusätzliche Punkte für den Etappensieg zu verteilen. „Wir werden erst darüber reden, wenn wir bereit dazu sind“, so Mahonen.

Ogier reagiert gelassen auf die Diskussionen. "Ich weiß nicht, was am aktuellen Format falsch sein sollte“, so der Franzose. "Ich fahre im Qualifying als Erster los, also habe ich den kleinen Nachteil, die Strecke fegen zu müssen.“

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