Mit seinem zweiten Triumph in Folge bei der Rallye Schweden hat Elfyn Evans die Führung in der Rallye-Weltmeisterschaft übernommen. Der Toyota-Pilot setzte sich beim zweiten WM-Lauf 2026 mit 14,3 Sekunden Vorsprung gegen seinen Teamkollegen Takamoto Katsuta durch. Sami Pajari und Oliver Solberg komplettierten einen Toyota-Vierfach-Erfolg. Dank des Sieges sowie neun zusätzlicher Punkte aus ‚Super Sunday‘ und ‚Power-Stage‘ liegt Evans in der Fahrer-Wertung nun 13 Zähler vor Solberg.
„Jetzt bin ich wirklich erleichtert und glücklich“, erklärte Evans im Ziel. „Wir wussten nicht genau, was uns auf der Power-Stage erwartet, viel Schotter, schwieriges Reifenmanagement. Aber die Zeit hat gepasst und das Ergebnis natürlich auch.“
Solberg zahlt Lehrgeld
Solberg war als WM-Spitzenreiter nach Schweden gereist, nachdem er zum Saisonauftakt in Monte-Carlo triumphiert hatte. Auf der Auftaktprüfung in Umeå setzte er zunächst auch das Tempo. Doch ein Motorabwürgen in einer Haarnadel sowie ein Ausritt in eine Schneebank mit anschließendem Reifenschaden warfen ihn entscheidend zurück. Am Ende fehlte mehr als eine Minute auf den Sieger.
„Ich habe mir ehrlich gesagt etwas mehr erhofft“, gab Solberg zu. „Ich habe unterschätzt, wie schwierig es ist, am Freitag als Erster die Strecke zu eröffnen. Beim Schneeräumen habe ich keinen guten Job gemacht. Aber das gehört zum Lernprozess – es war mein erster Einsatz mit diesem Auto auf Schnee und gleich als Straßenkehrer.“
Mit Blick auf Rang vier zeigte er sich selbstkritisch: „Nach der Ausgangslage vom Freitag habe ich nichts anderes verdient.“
Katsuta hadert mit Reifenpech
Wie schon 2025 entwickelte sich Katsuta zum härtesten Gegner von Evans. Dank besserer Startposition übernahm der Japaner zwischenzeitlich die Führung. Doch am Samstagmorgen verlor er fast 19 Sekunden – zunächst rätselte er über mangelnden Grip, später stellte sich heraus, dass ein Reifen mehrere Spikes verloren hatte.
„Ich bin nicht zufrieden“, sagte Katsuta. „Es hätte viel besser laufen können, besonders gestern. Elfyn hat ein starkes Wochenende gezeigt. Aber so etwas darf auf diesem Niveau nicht passieren.“ Mit Blick auf die Reifenproblematik ergänzte er: „Reines Glück bei den Reifen – das ist kein Sport.“
Hyundai mit durchwachsenem Auftritt
Nach der „schlechtesten Rallye seiner Karriere“ in Monte-Carlo meldete sich Pajari eindrucksvoll zurück und sicherte sich sein zweites WRC-Podium, 25,6 Sekunden vor Solberg.
Bei Hyundai führte Fourmaux das Feld als Fünfter an. Esapekka Lappi lag lange vor ihm, fiel jedoch auf der vorletzten Prüfung zurück. „Das war keine Teamorder, ich war einfach zu langsam“, gab Teilzeit-Fahrer Lappi zu.
Thierry Neuville erlebte ein turbulentes Wochenende: Über eine Minute Zeitverlust nach einem Schneebank-Ausflug, eine weitere Minute Strafe sowie 1.500 Euro Geldbuße wegen nicht korrekt geschlossenem Helmriemen. Einziger Lichtblick war sein Power-Stage-Sieg – um 0,078 Sekunden schneller als Evans. „Die Frustration ist natürlich enorm“, so Neuville. „Aber solange Hoffnung besteht, kämpfen wir weiter.“
M-Sport mit Problemen
Für M-Sport landete Jon Armstrong auf Rang acht, nachdem er auf der ersten Prüfung viel Zeit eingebüßt hatte. Teamkollege Josh McErlean kämpfte mit zwei Reifenschäden und mangelndem Vertrauen ins Auto. Auch Martins Sesks wurde von mehreren Plattfüßen eingebremst und beendete die Rallye weit zurück.
Korhonen siegt in WRC2
In der WRC2-Kategorie setzte sich Roope Korhonen im Toyota GR Yaris Rally2 durch, 10,2 Sekunden vor Teemu Suninen. Lauri Joona wurde Dritter, nachdem Tuukka Kauppinen mit Motorschaden ausgefallen war. Junior-WM-Vizemeister Taylor Gill überzeugte bei seinem WRC2-Debüt als Vierter.
Ergebnis Rallye Schweden 2026
| 1. | Elfyn Evans / Scott Martin | Toyota GR Yaris Rally1 | 2:35:53.1 |
| 2. | Takamoto Katsuta / Aaron Johnston | Toyota GR Yaris Rally1 | +14.3 |
| 3. | Sami Pajari / Marko Salminen | Toyota GR Yaris Rally1 | +46.0 |
| 4. | Oliver Solberg / Elliott Edmondson | Toyota GR Yaris Rally1 | +1:11.6 |
| 5. | Adrien Fourmaux / Alexandre Coria | Hyundai i20 N Rally1 | +1:50.3 |
| 6. | Esapekka Lappi / Enni Malkonen | Hyundai i20 N Rally1 | +1:53.2 |
| 7. | Thierry Neuville / Martijn Wydaeghe | Hyundai i20 N Rally1 | +3:45.9 |
| 8. | Jon Armstrong / Shane Byrne | Ford Puma Rally1 | +4:05.5 |
| 9. | Josh McErlean / Eoin Treacy | Ford Puma Rally1 | +6:05.4 |
| 10. | Roope Korhonen / Anssi Viinikka | Toyota GR Yaris Rally2 | +10:36.2 |

