Neue Strategie

Darum kehrt Toyota zu „GAZOO Racing“ zurück 

Toyota richtet seine Motorsportaktivitäten neu aus und kehrt ab 2026 zum Namen „GAZOO Racing“ zurück.

7. Januar 2026

Michael Heimrich

Die Wurzeln von GAZOO Racing reichen bis ins Jahr 2007 zurück. Damals nahm Akio Toyoda, heutiger Toyota-Präsident, gemeinsam mit Hiromu Naruse an den 24 Stunden vom Nürburgring teil – allerdings nicht offiziell unter dem Namen Toyota. Das Projekt lief als „Team GAZOO“, Toyoda selbst trat unter dem Pseudonym „Morizo“ an. Diese Erfahrung wurde zum Auslöser für einen grundlegenden Wandel in der Fahrzeugentwicklung.

Inspiriert vom japanischen Prinzip des „Shikinen Sengu“ – dem bewussten Erneuern von Wissen und Handwerk – initiierte Toyoda die Entwicklung des Lexus LFA, dessen Entwicklungszentrum der Nürburgring wurde. Der 2010 vorgestellte Supersportwagen markierte Toyotas Rückkehr zu eigenständiger Sportwagenkompetenz, trotz interner Widerstände und begrenzter Stückzahl.

Der Wendepunkt: Rückkehr in die WRC

Im Jahr 2015 bündelte Toyota seine Motorsportaktivitäten unter dem Namen TOYOTA GAZOO Racing. Der entscheidende Schritt folgte mit der Rückkehr in die WRC: Erstmals wurde ein Serienfahrzeug nicht aus einem bestehenden Modell abgeleitet, sondern umgekehrt – der Rennwagen definierte das Serienauto.

Das Ergebnis war der GR Yaris, vorgestellt 2020: ein motorsportnah entwickeltes Serienfahrzeug. Sein Erfolg ebnete den Weg für weitere Modelle wie den GR Corolla und markierte Toyotas Rückkehr zur eigenständigen Sportwagenentwicklung.

Im vergangenen Jahr kehrte Toyota mit dem GR Yaris an den Nürburgring zurück. Gleichzeitig präsentierte der Hersteller mit GR GT, GR GT3 und dem LFA Concept die nächste Generation seiner Performance-Fahrzeuge.

Fast 20 Jahre nach den Anfängen von Team GAZOO ist der ursprüngliche Antrieb wieder klar definiert: Motorsport als Grundlage für bessere Autos und als Talentschmiede für Fahrer, Ingenieure und Mechaniker.

Neue Rollenverteilung im Motorsport

Parallel dazu wird das Entwicklungszentrum in Köln künftig unter dem Namen „TOYOTA RACING“ (vorher „TOYOTA GAZOO Racing Europe“) firmieren und sich auf technologiegetriebene Motorsportentwicklung konzentrieren, insbesondere im Bereich Antriebstechnik. Unter diesem Namen wird die Marke auch in der Langstreckenweltmeisterschaft mit dem aktualisierten Hypercar TR010 Hybrid antreten. 

GAZOO Racing wird künftig sowohl in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) als auch im Kundensport mit seriennahen Fahrzeugen aktiv sein. Der Motorsport soll dabei noch stärker als Entwicklungsplattform für Serienfahrzeuge dienen.

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