384 Spikes für höchstes Vergnügen

Sie ist eine wie keine: Die Rallye Schweden. Seit 1950 wird sie ausgetragen - und ist Jahr für Jahr ein besonderes Highlight. Denn nur im verschneiten Winter-Wunderland sind die Rallyeautos konsequent auf Spike-Reifen angewiesen, die für eine erstaunliche Traktion sorgen.

11. Februar 2015

Michael Heimrich

Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, zentimeterdicke Schneeschichten und spiegelglatte Eispisten: Am kommenden Wochenende gastiert die Rallye-Weltmeisterschaft in Schweden. In den verschneiten Wäldern des Värmlandes stellen die weltbesten Lenkradakrobaten ihr Können bei rasanten Geschwindigkeiten mit spektakulären Drifteinlagen unter Beweis – gerade hierfür kommt es auf höchste Präzision und optimale Fahrzeugkontrolle an. Wichtigste Voraussetzung dafür: das optimale Reifenmaterial.
Die Partnerteams von Michelin können auf den brandneuen X-Ice North 3 vertrauen, den die französischen Reifenexperten speziell für den schwedischen Wintereinsatz entwickelten. Dank seiner neu konzipierten Laufflächenmischung soll er trotz des vergleichsweise offen gestalteten Profildesigns ein besonderes Maß an Lenk- und Bremsstabilität bieten.
Traditionell zählen die vergleichsweise freistehenden Profilblöcke zu den charakteristischen Merkmalen der lediglich 195 Millimeter breiten und 15 Zoll hohen Schneepneus, die damit deutlich schmaler als ihre Asphalt- und Schotter-Pendants sind. Mit ihrem optimierten Anteil an sogenanntem Negativprofil bieten sie guten Halt auf losem Schnee, ohne dass sich die weiße Pracht zwischen den Blöcken festsetzen kann. Zugleich halten sie Beschädigungen von außen, wenn die Rallye-Profis den Kurvenverlauf etwas kreativer interpretieren, noch sicherer stand.

384 Spikes aus geheimen Material

Viel Know-how verbirgt sich auch in den 384 Spikes, die sich asymmetrisch über die Lauffläche des richtungsgebundenen X-Ice North 3 verteilen. Die Metallstifte wirken auf den ersten Blick wie einfache Nägel, sind aber das Ergebnis intensiver Entwicklung. Das Material, aus dem sie gefertigt werden, sowie die nochmals modifizierte Art und Weise ihrer Verankerung innerhalb des Reifens zählen zu den gut gehüteten Geheimnissen der Rallye-Experten von Michelin – denn die Spikes müssen 40 Wertungsprüfungs-Kilometer und mehr sicher überstehen, ohne aus dem Profil gerissen zu werden.
Das Reglement erlaubt eine maximale Spike-Länge von 20 Millimetern, davon darf aber nur die 6,5 Millimeter lange Spitze aus dem Profil herausragen. Mit ihr verhaken sich die vier Gramm leichten Metallstifte durch die verschneite Oberfläche hindurch im Untergrund.
24 X-Ice North 3 hält Michelin an diesem Wochenende für jeden Partner mit einem World Rally Car bereit – also jeweils vier neue Pneus pro Service-Stopp plus vier Ersatzräder. In der WRC 2-Kategorie sind nur zwei zusätzliche Reifen zugelassen. Insgesamt hat Michelin 900 dieser besonderen Winterspezialisten nach Schweden transportiert. Um die Betreuung der Teams kümmern sich insgesamt 17 Mitarbeiter.

Auftakt auf der Pferderennbahn

Der WM-Tross schlägt seine Zelte erneut im Service-Park in der schwedischen Provinz Värmland auf – genauer gesagt: im 5.000-Einwohner-Ort Hagfors. Am Donnerstagabend beginnt die Schnee-Action fast schon traditionell mit der 1,90 Kilometer langen Zuschauerprüfung auf der Pferderennbahn in Karlstad. Sie ist die erste von insgesamt 21 Wertungsprüfungen (WP). Im Vergleich zum Vorjahr befahren die Piloten auf einem Drittel der Strecken völliges Neuland. Sämtliche neuen WP mit einer Gesamtlänge von 102,38 Kilometern stehen am Freitag auf dem Programm, der Großteil der ersten Etappe verläuft durch das benachbarte Norwegen. Am darauffolgenden Tag treten die WM-Akteure zur Bestzeitenjagd auf bekannten schwedischen Prüfungen wie „Fredriksberg“, „Rämmen“ und „Hagfors Sprint“ an.
Am Sonntag endet die diesjährige Rallye Schweden mit der Prüfung „Lesjöfors“ und der doppelt befahrenen WP „Värmullsasen“. Ihr zweiter Durchgang wird als sogenannte „Power Stage“ gewertet – die schnellsten drei Fahrer erhalten hier bis zu drei zusätzliche WM-Punkte. Insgesamt müssen die Teilnehmer und das Reifenmaterial von MICHELIN 308 WP-Kilometer bei einer Gesamtstrecke inklusive den Verbindungsetappen von fast 1.500 Kilometern überstehen.     

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