Mundl will erneut auftrumpfen

Das Hauptaugenmerk bei der Bosch-Rallye (4. bis 5. Mai) liegt naturgemäß auf dem Dauerduell Raimund Baumschlager gegen Beppo Harrach. Zuletzt hatte der Skoda-Pilot die Nase vorn, aber für Baumschlager lagen bei dieser Rallye Triumph und Enttäuschung oft nahe beieinander.

24. April 2012

Michael Heimrich

Die Erinnerungen an die legendäre Ausgabe 2006 sind noch frisch. Raimund Baumschlager muss in der allerletzten Prüfung noch durch einen Differentialschaden den sicher geglaubten Sieg an Willi Stengg jun. abgeben musste. Seither gab’s aber drei zweite Plätze hinter Franz Wittmann jun., dem leider viel zu früh verstorbenen Andi Waldherr und im Vorjahr Beppo Harrach sowie zwei Siege 2009 und 2010. Baumschlager fährt wieder wie bei der Jänner-Rallye mit seinem alten Kumpel Klaus Wicha aus Deutschland, der ihn bereits 2004 zum Sieg bei der Bosch-Rallye navigiert hat – damals 48 Sekunden vor Beppo Harrach/Andreas Schindlbacher. Vielleicht also ein gutes Omen, das seine Chancen auf einen zehnten Titel im Falle des dritten Saisonsieges deutlich verbessern würde.

Dies möchte Beppo Harrach nach den beiden Zweitplatzierungen zuletzt natürlich tunlichst verhindern. Sein Bosch-Sieg 2011 fiel mit eineinhalb Minuten ungewöhnlich klar aus, weshalb auch 2012 nach der Devise „Angriff ist die beste Verteidigung“ verfahren wird.

Von jenen, die sich den Kampf um Platz 3 ausmachen sollten, war 2011 lediglich Hermann Neubauer im Ziel, der schon eine recht turbulente Saison hinter sich hat. Dem sensationellen 2. Platz bei der Rebenland-Rallye stehen zwei Ausfälle gegenüber, womit der Lungauer bereits alle zur Verfügung stehenden Streich-Resultate für die Saison 2012 ausgeschöpft hat.

Sein Teamchef Manfred Stohl fährt wohl mit etwas gemischten Gefühlen nach Pinggau, hatte er doch mit Gasantrieb auf den schnellen Wertungsprüfungen des Wechsellandes noch nie jenen Erfolg, der dem Talent eines Ex-Weltmeisters angemessen erscheint. Mit bisher drei Zielankünften in dieser Saison ist ein wenig Taktik jedoch schon einmal drin. Schließlich stehen am Samstagnachmittag noch die beiden Pinggau-Rundkurse mit jeweils fast 40 Kilometer Länge auf dem Programm, die Manfred als Fahrer, der noch klassische Langstrecken-WM-Rallyes aktiv bestreiten durfte, sicher bevorteilen.

Was für Neubauer gilt, kann sinngemäß auch auf Mario Saibel angewandt werden. Bei der Jänner-Rallye aus gesundheitlichen Gründen noch Zuschauer, folgte im Rebenland ein technischer Ausfall. Dieses „ins Ziel kommen müssen“ für beide mag vielleicht die Chance für Kris Rosenberger im VW Polo S2000 sein, der sich auf den späteren Prüfungen im Lavanttal zuletzt diesen seinen Gegnern schon als absolut ebenbürtig erwiesen hat. Auch er sieht aufgrund einer Reihe von WM-Starts in seiner Jugend die Final-Rundkurse als große Möglichkeit an. Noch dazu werden diese Langstrecken-WPs an seinem Geburtstag gefahren.

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