Das mit Spannung erwartete Aufeinandertreffen der RC2-Boliden von Toyota, Citroen und Skoda mit den RGT-Kraftprotzen von Porsche ist bald entschieden. Wenige Meter auf sandigem und matschigem Boden decken den Traktionsnachteil der GTs gnadenlos auf. Auch wenn die Bestzeitenverteilung mit 6:6 unentschieden ausgeht, müssen die Porsche wohl bis in den Herbst auf eine echte Siegchance in der DRM warten.
Die Favoritenteams der ADMV-Meisterschaft tummeln sich überwiegend in der Gruppe F. Hier ist die Klasse NC3 bis 2000 cm³mit zehn Crews am stärksten besetzt. Nach einer frustrierenden Saison 2025 haben Axel Bayer und Rico Wächtler dem Turbo-Fiesta über Winter offenbar die Mucken ausgetrieben. Die Chemnitzer setzten sich gegen Sebastian Zimmermann (Skoda Fabia) und Yannik Keller Fiesta ST 150) durch und verlassen Stollberg als erste Spitzenreiter der ADMV-Meisterschaft 2026.
Zweiter ist aktuell Julius Tannert als Sieger der GT-Klasse, doch der Zwickauer wird an den nächsten Läufen nicht teilnehmen. So wird Raphael Ramonat zum ersten Verfolger, der mit Josephine Finger im Evo 10 auf den zweiten Platz (hinter Ruben Zeltner im klassischen Zebra-Porsche) in der Klasse NC1 fährt. Als Klassenzweite hinter Walter Gromöller im Ascona 400 erreichen René Kunze und Niklas Haase im BMW 325 Touring das Ziel auf dem Stollberger Marktplatz und bleiben im Kontakt zur Spitze. Während Veit König mit seinem Suzuki Swift 1600 seinen zehnten Erzgebirge-Klassensieg feiert, schlägt sich Mario Keller im Trabant 601 achtbar: Weil nur zwei Trabant starten, wird der sechsmalige Trabant-Cup-Sieger mit den 1000 cm³größeren Autos zusammengälegt und schafft unter acht Startern den vierten Platz.
Spannung pur herrscht bei den Rally4-Rennern. Die Wittenberger Patrick Pusch und Tilmann Bößert gewinnen mit winzigen zwei Zehntel Vorsprung den Kampf einer Vierergruppe. Fabian Schulze und Clara Bettge hatten daraus einen Fünferpack gemacht, wenn sie sich nicht im Rundkurs Neukirchen einen zeitraubenden Dreher geleistet hätten. Einen Fehlstart verzeichnen Rigo Sonntag und Karsten Schneider, die nach Wittenberg den ADMV-Pokal – für die Rallye-35- und -70-Läufe – anführen; auf WP 5 stoppt ein Motordefekt den Honda Civic. Kaum besser ist Pierre Günther in die Meisterschaftssaison gestartet: Wegen einer gebrochenen Antriebswelle am Civic Vtec kassiert der Titelverteidiger am Freitag drei Maximalzeiten und muss sich mit magerer Punkteausbeute begnügen.
Auch in der Sächsischen Meisterschaft übernimmt Axel Bayer das Kommando, gefolgt von Yannik Keller und René Kunze. Bei den U25-Junioren liegt der 23-jährige Beierfelder Yannik Keller an der Spitze vor Moritz Wagner (21) und Arwed Jungnickel (23). Erfreulich ist, dass von den sieben eingeschriebenen Junioren vier zur anspruchsvollen „Erze“ angetreten sind – und alle das Ziel erreichen, darunter auch Paul Knüpfer, der im Erzgebirge seine erste Rallye am Lenkrad bestreitet.
Zwischenstand nach dem ersten Lauf:
1. Axel Bayer 1150, 2. Julius Tannert 1033, 3. Raphael Ramonat 1013, 4. Yannik Keller 950, 5. René Kunze 825, 6. Mario Keller und Markus Roch, 763, 8. Fabian Schulze und Paul Knüpfer 650. 10. Moritz Wagner 638
Nächster Lauf: Roland-Rallye Nordhausen am 18. April