Schon am ersten Tag setzte Michael Lengauer ein Ausrufezeichen. Der Skoda-Pilot gewann alle sechs Wertungsprüfungen und ging mit komfortablen 24 Sekunden Vorsprung auf Wagner in den zweiten Rallyetag. Dabei hatte er bereits im Vorfeld deutlich gemacht, dass er um den Sieg kämpfen wollte – obwohl ihm bewusst war, dass mit Wagner ein besonders starker Gegner auf dessen Heimterrain wartete.
Am Samstag versuchte Wagner sofort, den Druck zu erhöhen. Mit drei Bestzeiten zu Beginn der Etappe verkürzte er den Rückstand zunächst spürbar. Doch Lengauer konterte eindrucksvoll: Auf den langen Rundkursprüfungen Eichberg und Schlossberg setzte er selbst wieder Bestzeiten und stellte den Abstand scheinbar entscheidend wieder her. Anschließend konzentrierten sich Lengauer und Beifahrer Jürgen Rausch darauf, den Vorsprung kontrolliert ins Ziel zu bringen.
Kurz vor Schluss nahm die Rallye jedoch eine dramatische Wendung. Ein plötzlich einsetzender Regenschauer sorgte für schwierige Bedingungen, und Lengauer rutschte auf der vorletzten Prüfung kurz in eine Wiese. Der kleine Fehler kostete wertvolle Sekunden: Sein komfortabler Vorsprung schrumpfte vor der abschließenden Powerstage über 7,7 Kilometer auf nur noch 1,3 Sekunden zusammen.
Damit war ein packendes Finale eröffnet und Wagner nutzte die Chance. Auf der letzten Prüfung drehte der Staatsmeister das Duell endgültig zu seinen Gunsten und gewann die Rallye am Ende mit hauchdünnen 1,1 Sekunden Vorsprung. Für Lengauer blieb trotz seiner dominanten Vorstellung nur Rang zwei – als tragischer Held eines spektakulären Rallye-Wochenendes.
„Unverhofft kommt oft“, sagte Wagner nach dem Ziel. „Wir haben nie aufgegeben und immer an unsere Chance geglaubt. Nach meiner Nasen-Operation war ich gesundheitlich noch nicht ganz bei 100 Prozent. Gratulation an Lengi, er hat eine starke Leistung gezeigt. Ich hoffe, dass wir dieses Duell im Lavanttal wiederholen können.“
Den dritten Platz belegte mit deutlichem Abstand Kevin Raith im Ford Fiesta Rally2. Der Steirer durfte sich damit nicht nur über das Podium freuen, sondern qualifizierte sich zugleich für die Liste der österreichischen Prioritätsfahrer.
Erleichterung gab es nach dem schweren Unfall vom Freitag: Albert von Thurn und Taxis und seine Beifahrerin Jara Hain konnten die Krankenhäuser in Graz beziehungsweise Wagna bereits wieder verlassen.
In der Kategorie ORM 2 lag lange Zeit Maximilian Lichtenegger im Renault Clio Rally3 in Führung, ehe er auf der Prüfung Eichberg ausschied. Danach entwickelte sich ein äußerst knappes Duell zwischen Günther Knobloch und Christoph Zellhofer. Am Ende setzte sich Knobloch im Renault Clio Rally3 mit lediglich drei Zehntelsekunden Vorsprung gegen Zellhofer im Suzuki Swift ZMX durch.
Bei den zweiradgetriebenen Fahrzeugen der ORM 3 dominierte Titelverteidiger Marcel Neulinger im Lancia Ypsilon Rally4 von Beginn an. Der 20-jährige Oberösterreicher gewann deutlich vor dem Deutschen Fabian Schulze und entschied damit auch die Wertung der ORM Junior für sich.
In der Historischen Rallye-Staatsmeisterschaft setzte sich Karl Wagner im Porsche 911 durch. Der fünffache Historic-Europameister profitierte von einem starken zweiten Rallyetag und gewann mit 42 Sekunden Vorsprung auf Patrik Gaubinger im Audi Quattro. Die ORM Trophy für Fahrer über 50 Jahre ging klar an Raimund Baumschlager, der sich mit großem Vorsprung gegen den deutschen Titelverteidiger Herrmann Gaßner im Mitsubishi Lancer Evo X durchsetzte. Den Sieg beim Saisonauftakt des internationalen Mitropa Rallye Cups holte schließlich der Slowake Robert Kolcak im Hyundai i20 Rally2.
Ergebnis Rebenland Rallye 2026
| 1. | Wagner Simon / Ostlender Hanna | Hyundai i20 N Rally2 | 1:43:05.7 |
| 2. | Lengauer Michael / Rausch Jürgen | Skoda Fabia RS Rally2 | +1.1 |
| 3. | Raith Kevin / Maier Claudia | Ford Fiesta Rally2 | +4:48.4 |
| 4. | Baumschlager Raimund / Zeltner T. | Skoda Fabia RS Rally2 | +4:58.0 |
| 5. | Mayer Daniel / Winter Gerald | Citroen C3 Rally2 | +6:36.8 |
| 6. | Koltun Jaroslaw / Pleskot Ireneusz | Skoda Fabia RS Rally2 | +7:21.1 |
| 7. | Kreisel Philipp / Foissner Daniel | Toyota GR Yaris Rally2 | +7:35.8 |
| 8. | Kolcak Robert / Lapdavsky Julius | Hyundai i20 N Rally2 | +8:07.1 |
| 9. | Knobloch Günther / Fürst Erik | Renault Clio Rally3 | +8:11.2 |
| 10. | Zellhofer Christoph / Seidl A. | Suzuki Swift ZMX | +8:11.5 |


