Rallye Dakar: So sandig wie noch nie

In den kommenden Tagen messen sich die besten Offroad-Crews der Welt erneut bei der Rallye Dakar die in diesem Jahr fast komplett in den peruanischen Wüsten stattfindet.

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7. Januar 2019

Michael Heimrich

Jede „Dakar“ stellt eine außergewöhnliche Herausforderung dar und besitzt ihre eigene Magie. So weist auch die 41. Ausgabe, die ab sofort die Motorsportwelt für zwölf Tage in Atem hält, einen sehr speziellen Charakter auf. Alle zehn Wertungsprüfungen des diesjährigen Marathon-Highlights finden in Peru statt und führen über zusammen fast 3.000 Kilometer – 70 Prozent davon durch Sand.
Das drittgrößte Land Südamerikas weist eine Grundfläche auf wie Frankreich, Spanien und Portugal zusammen. Besucher sind fasziniert von Sehenswürdigkeiten wie der historischen Inkastadt Machu Picchu und den mysteriösen Nazca-Linien sowie dem Gegensatz zwischen den Stränden der Pazifikküste und den bis zu 6.700 Meter hohen Andengipfeln.
Für die „Dakar“-Piloten hingegen gilt die „Entdeckung“ der großen Sandwüsten, vor allem in der Region um Ica, als größte Qualität des Landes. Die Strecken, die sich nicht vor so mancher Sahara-Etappe früherer „Dakar“-Jahre verstecken müssen, zählten 2012 und 2013 erstmals zur Route der Rallye. Im Januar 2018 bildeten diese Wüstenabschnitte dann einen Schwerpunkt des Events und Champions wie Sebastien Loeb und Joan „Nani“ Roma lernten deren Eigenheiten auf die harte Tour kennen.
Umso mehr freut sich Loeb, der erneut im heckgetriebenen Peugeot 3008 DKR antritt, auf die Revanche: „Uns erwarten viele Dünen, die fahrtechnisch sicher nicht zu meinen Stärken zählen, aber das macht das Abenteuer nur noch reizvoller“, schwärmt der neunfache Rallye-Weltmeister, der 2019 auf seinen ersten „Dakar“-Sieg hofft. Nasser Al-Attiyah – Gesamtsieger 2015 im Allrad-Mini und jetzt im Toyota Hilux auf Erfolgskurs – liebt die Bedingungen regelrecht und sagt: „Gebt mir Sand und ich bin glücklich. Es gibt unglaubliche Landschaften in Peru. Die Dünen sind absolut einmalig und eine große Herausforderung.“


Die Rallye Dakar erweist sich auch 2019 als gnadenlose Jagd. 2.961 der insgesamt 5.603 Kilometer werden auf Zeit gefahren. Dabei gibt es Tagesetappen zwischen 300 und 800 Kilometern, die Hälfte oder sogar ein Großteil der Distanz auf Zeit: Ein Highlight der zehn Wertungsprüfungen ist die gemeinsam gewertete Marathon-WP 4/5 am 10. und 11. Januar, die es auf insgesamt 804 Kilometer bringt. Nach dem Ruhetag steht die mit 810 Kilometern längste Tagestour an – davon allerdings „nur“ 291 im Wettbewerbsmodus. 
Die Weiten der peruanischen Wüste ermöglichen zwei der besonders spektakulären Massenstarts. Zur WP 5 wagen sich alle Teilnehmer zeitgleich in die Dünen von Ilo und auch die Schleife um Pisco (WP 9) beginnt gemeinsam. Auf WP 2 von Pisco nach San Juan de Marcona eröffnen die Fahrzeuge der Pkw-Kategorien das Rennen. Folglich müssen die Navigatoren ausgerechnet auf dieser sehr kniffligen Prüfung auf die Spuren verzichten, die Motoräder und Quads ansonsten vorlegen. Auf WP 8 messen sich dann die Besten aller Klassen im direkten Vergleich: Die zehn schnellsten Motorräder und Autos sowie die fünf bestplatzierten Trucks des Vortages hetzen bei der „Super Ica“ zeitgleich über die Strecke. 

Etappe 01

07. Januar 2019 (Lima–Pisco) – Distanz: 331 km; WP-Kilometer: 84 km
Start Prüfung: 17:54 Uhr* (erstes Auto) 
Ziel Prüfung: 18:54 Uhr (erstes Auto, vom Veranstalter errechnet)
Dirk von Zitzewitz: „Es geht in Richtung Süden, 84 Kilometer durch ein Gebiet, in dem wir schon im vergangenen Jahr unterwegs waren – 2018 noch 32 Kilometer, in diesem Jahr erwarten uns 84. Dadurch wird es ein bisschen spannender und man muss schon auf der Hut sein – Navigation wird schon ein Thema sein, aber vor allem muss man sich für den kommenden Tag gut platzieren. Von Anfang an gibt es nichts zu verschenken. Taktieren geht nicht.“
*MEZ

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