Schnee, Eis, Matsch, Dreck, Sonne und klirrende Kälte – die Jänner-Rallye präsentierte sich zum Auftakt im oberösterreichischen Mühlviertel in all ihrer winterlichen Vielfalt. Nach dem Qualifying am Vortag nahmen 74 Teams die ersten zehn Prüfungen unter extrem wechselhaften Bedingungen in Angriff. Die glatten und teils schmutzigen Fahrbahnen forderten höchste Konzentration und sorgten zugleich für die von den Zuschauern erwartete Drift-Show.
Am unbeeindrucktsten zeigte sich dabei Simon Wagner. Der fünffache Staatsmeister meisterte gemeinsam mit seiner Copilotin Hanna Ostlender sämtliche Herausforderungen nahezu fehlerlos und setzte sich an die Spitze des Gesamtklassements. Wirklich kalt blieb Wagner allerdings nicht – dafür sorgte Michael Lengauer.
Der zweifache Jänner-Rallye-Sieger der Jahre 2024 und 2025 musste im Verlauf des Tages mehrere Rückschläge hinnehmen. Ein abgewürgter Motor, eine beschädigte Windschutzscheibe nach dem Kontakt mit einer Schneestange und kleinere Rhythmusprobleme verhinderten einen perfekten Tag. Dennoch liegt der Lokalmatador mit nur 7,4 Sekunden Rückstand weiterhin in unmittelbarer Schlagdistanz.
Vor allem ein spektakulärer Auftritt in der Sportarena Tannermoor Liebenau, wo Lengauer Wagner acht Sekunden abnahm, brachte zusätzliche Brisanz in den Kampf um den Sieg. Acht verbleibende Prüfungen versprechen am Sonntag höchste Spannung.
Auch im Kampf um das Podium zeichnet sich ein intensives Duell ab. Hermann Neubauer trifft dabei auf Mads Östberg. Ursprünglich mischte auch der Este Romet Jürgenson in diesem Dreikampf mit, wurde jedoch durch einen Reifenschaden auf der vorletzten Prüfung um rund eineinhalb Minuten zurückgeworfen.
Für Aufsehen sorgte nicht nur der Live-Stream von allen Wertungsprüfungen, sondern auch die Auftritte zweier Rally3-Piloten. Martin Roßgatterer sowie der erst 21-jährige Kärntner Maximilian Lichtenegger behaupteten sich eindrucksvoll gegen deutlich leistungsstärkere Rally2-Fahrzeuge. Roßgatterer blieb auf allen acht Tagesprüfungen in den Top 10, Lichtenegger setzte mit der dritten Zeit am Abend in Liebenau ein Ausrufezeichen – lediglich Lengauer und Wagner waren schneller. Die zwischenzeitlichen Gesamtplätze sieben und acht sind ein verdienter Lohn für starke Leistungen.
Entsprechend spiegelt sich dieses Bild auch in der Zwischenwertung der ÖRM 2 wieder: Roßgatterer führt, vor Lichtenegger und dem ebenfalls überzeugenden Tschechen Petr Kačírek.
Zwischenstand nach WP 10 von 18
| 1. | Wagner Simon / Ostlender Hanna | Hyundai i20 N Rally2 | RC2 | 1:22:13.7 |
| 2. | Lengauer Michael / Rausch Jürgen | Skoda Fabia RS Rally2 | RC2 | +7.4 |
| 3. | Neubauer Hermann / Gaßner Ursula | Toyota GR Yaris Rally2 | RC2 | +1:28.1 |
| 4 | Östberg Mads / Itu Sergiu | Citroën C3 Rally2 | RC2 | +1:31.0 |
| 5 | Jürgenson Romet / Oja Siim | Ford Fiesta Rally2 | RC2 | +2:30.4 |
| 6 | Kohtun Jaroslaw / Pleskot Ireneusz | Skoda Fabia RS Rally2 | RC2 | +2:40.6 |
| 7 | Roßgatterer Martin / Thauerböck A. | Renault Clio Rally3 | RC3 | +2:43.1 |
| 8 | Lichtenegger Maximilian / Ettel B. | Renault Clio Rally3 | RC3 | +3:54.9 |
| 9 | Kreisel Philipp / Foissner Daniel | Toyota GR Yaris Rally2 | RC2 | +4:03.6 |
| 10 | Kačírek Petr jun. / Krajča Ondřej | Ford Fiesta Rally3 | RC3 | +4:30.9 |
Zeitplan Sonntag, 4. Januar
| 07:56 | WP11 | St. Oswald 1 | 12,4 km |
| 08:53 | WP12 | Königswiesen 1 | 4,9 km |
| 09:49 | WP13 | St. Oswald 2 | 12,4 km |
| 11:13 | WP14 | Freistadt 1 | 4,0 km |
| 12:23 | WP15 | Königswiesen 2 | 4,9 km |
| 13:20 | WP16 | Kefermarkt 1 | 7,1 km |
| 13:55 | WP17 | Freistadt 2 | 4,0 km |
| 15:05 | WP18 | Kefermarkt 2 (Power-Stage) | 7,1 km |
