Carron im Polo R5 eine Klasse für sich

Es gibt auch gute Nachrichten vom Polo R5 an diesem Wochenende: Bei der Rallye du Chablais im Schweizerischen Wallis waren Sebastien Carron und sein Co-Pilot Lucien Revaz eine Klasse für sich.

3. Juni 2019

Michael Heimrich

Sébastien Carron ist bei der Rallye du Chablais das perfekte Comeback gelungen. Der Walliser, der vor einem Jahr seinen Rücktritt erklärte, fuhr von Anfang an wie entfesselt. Schon nach der ersten Prüfung lag der Schweizer Meister von 2014, 2016 und 2017 mit 12,9 Sekunden Vorsprung auf die Konkurrenz in Führung. Und diese bauten Carron und sein Beifahrer Lucien Ravez kontinuierlich aus. Am Ende des ersten Tages lag das Duo in seinem VW Polo R5 mehr als eine Minute vor Jérémie Toedtli im schnellsten Skoda Fabia R5.

Auch am zweiten Tag war Carron das Mass aller Dinge und liess sich am Ende 11 von 14 Bestzeiten notieren. Die restlichen Bestzeiten sicherte sich Toedtli, der im Ziel 1:20,9 min hinter Carron lag. „Wir haben uns akribisch auf diese Rallye vorbereitet und konnten dank eines exzellenten Aufschriebs von Anfang bis Schluss voll attackieren“, sagt Carron, der nach 2015 und 2016 zum dritten Mal im Servicepark in Aigle den Siegerpokal hochstemmen durfte. „Ausserdem war es natürlich ein Vorteil, dass wir nicht auf den Meisterschaftsstand schauen mussten. Wir konnten bedenkenlos angreifen.“

Für Toedtli war es ebenfalls die erste Rallye zur laufenden Schweizer Meisterschaft. Der Neuenburger und sein französischer Co-Pilot Alexandre Chioso hatten sich wie Carron seriös auf die „Chablais“ vorbereitet und das Duo war nach einem Test auch optimistisch. Dass es dann aber gleich zu Platz 2 reichen würde, damit hatte Toedtli nicht gerechnet. „Wir hatten ein gutes Gefühl und die Rallye liegt mir“, sagt Toedtli. „Aber einige Konkurrenten haben dieses Jahr schon viel mehr Erfahrungen sammeln können. Daher wussten wir nicht genau, wo wir stehen. Besonders stark waren wir am Samstagmorgen auf den technisch anspruchsvollen Prüfungen.“

Hinter Carron und Toedtli tobte der Kampf um Platz 3. Bis zur dritten Prüfung lag Cédric Althaus auf dem zweiten VW Polo R5 souverän auf Podestkurs, ehe er am Freitagabend die Segel streichen musste (Brandgefahr wegen Überdruck im Benzinsystem). Neuer Dritter war ab der fünften Prüfung der bis dato Meisterschaftszweite Michaël Burri. Diesen Platz verteidigte der frischgebackene Familienvater bis zur letzten Etappe. Doch sechs Kilometer vor dem Ziel musste der Jurassier seinen Skoda Fabia mit einem Aufhängungsschaden abstellen, wodurch der amtierende Meister Ivan Ballinari den dritten Rang erbte.

„Gratulation an Sébastien und Lucien. Sie sind super gefahren“, meint Ballinari, der vor der Rallye du Chablais noch ungeschlagen war. „Wir haben am Freitagmorgen die falsche Reifenwahl getroffen. Ausserdem waren mit unserem Set-Up nicht zufrieden, was aber auf meine Kappe geht. Unterm Strich hätten wir schneller fahren können, aber wir hätten dafür mehr Risiko nehmen müssen. Und mit Blick auf die Meisterschaft war es das nicht wert.“

Durch den Ausfall von Burri hat Ballinari seinen Vorsprung in der Gesamtwertung ausgebaut. Der Tessiner liegt bei Halbzeit 40 Punkte vor Jean-Marc Salomon, der bei der „Chablais“ Rang 6 in seinem privaten Ford Fiesta belegte. Burri ist im Gesamtklassement auf Rang 3 zurückgefallen (47 Zähler hinter Ballinari). Sieger Carron wird im Kampf um die Vergabe des Schweizer Meistertitels keine Rolle spielen. Bei der „Chablais“ meinte er: „Zum jetzigen Zeitpunkt habe ich nichts zu verkünden. Aber ich denke, ich werde nach meinen Ferien im August noch an einer Rallye teilnehmen.“

Bei den Junioren setzte sich wie schon bei den ersten Rallyes dieser Saison Jonathan Michellod gegen Sacha Althaus durch. Der Nachwuchsfahrer aus Verbier wies im Ziel mit 1:12 min einen ähnlich komfortablen Vorsprung wie sein Walliser Kollege Sébastien Carron aus. Einen neuen Sieger gab es dafür in der Renault Clio R3T Alps Trophy. Nach zwei Triumphen des Franzosen Styve Juif sicherte sich Ismaël Vuistiner haarscharf vor Nicolas Lathion seinen ersten Saisonsieg. Damit ist er in der Gesamtwertung bis auf drei Punkte an Juif herangekommen. Die weiteren Klassensieger: Aurelien Devanthéry gewann als bester Nicht-R5-Pilot die Trophée Michelin Suisse. Marc Valliccioni setzte sich in der historischen Klasse VHC auf einem BMW M3 gegen Markenkollege Eddy Bérard durch.

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