(gpp) ? Für die meisten der 64 teilnehmenden Rallye-Teams aus dem gesamten Bundesgebiet und dem europäischen Ausland war die ADAC-Hessen Rallye Vogelsberg mit Start und Ziel im malerischen Fachwerkstädtchen Schlitz (zwischen Fulda und Kassel gelegen) absolutes Neuland ? und das nicht nur im Kalender der Deutschen Rallyemeisterschaft. Doch die zwölf, durchaus anspruchsvollen Wertungsprüfungen (WP) im Vogelsbergkreis, zu 90 % auf Asphalt ausgefahren, fanden auch und vor allem die Zustimmung der beiden Rallye-Teams von Schmack-Motorsport im sächsischen Plauen, deren Aufwärtstrend sich seit dem Saisonauftakt weiter verstärkt hat.
Der für den Mettmanner AC startende Michael Stapel (Düsseldorf) und sein Gaildorfer Beifahrer Jürgen Breuer begannen die Rallye am Freitagabend auf Anhieb mit einer beeindruckenden Klassenbestzeit und waren danach vor allem vom nächtlichen Zuschauer-Rundkurs ?Willofs? begeistert, wo rund 10.000 sach- und fachkundige Rallye-Fans die nächtlichen und überaus sehenswerten Aktionen der Aktiven begeistert beklatschten.
An der Führung in der Klasse der seriennahen Fahrzeuge bis 2000 ccm Hubraum, mit der die ´Senioren` des HONDA-Racing-Teams vom Schmack-Motorsport in die lange und selektive Samstagsetappe gestartet waren, konnten sich die beiden allerdings nicht lange erfreuen. In der mit knapp 25 Kilometer längsten WP der Rallye, dem legendären ?Schotten-Ring?, ´leisteten` sich Stapel/Breuer einen Ausrutscher in eine Wiese und ließen dort ?gut und gerne 15 bis 20 Sekunden liegen?.
Mit ordentlicher ?Wut im Bauch? gelang ihnen mit ihrem May-Hermes HONDA Civic Type-R im zweiten Durchgang des ?Schotten-Rings? dann zwar eine weitere Klassenbestzeit, ?doch die Abstände in unserer Klasse sind derart gering, dass man einen Rückstand wie den unseren unter normalen Bedingungen eigentlich nicht mehr so ohne weiteres aufholen kann!? Das hieß für Michael Stapel, Nerven behalten und keine Aktionen mit der Brechstange zu versuchen, ?welche meist ohnehin nur eine weitere Verschlechterung mit sich bringen.?
Dennoch blieb der souverän-schnelle Westfale Stapel immer ´am Drücker` und ließ sich auch durch kurzfristige Behinderungen eines vor ihm verunfallten Teilnehmers weder aus der Ruhe, noch aus seinem Fahr-Fluß und einer Konzentration bringen. Neben etlichen zweiten Zeiten fuhr er auch noch eine weitere Klassenbestzeit und sicherte sich und Copilot Breuer am Ende dadurch den klaren zweiten Platz in der Klasse der Division fünf und damit weitere wertvolle Punkte für die Deutsche Rallye-Meisterschaft.
Das Schmack-Motorsport Junior-Rallye Team Michael Windmüller/Stephan Jäckel (beide Gaildorf) bestätigte mit einem erneuten vierten Platz in der gleichen Klasse nicht nur ihr Leistungsvermögen sondern auch das in sie gesetzte Vertrauen, ?und das, obwohl wir vorher noch nie auf Schotter, und das schon gar nicht mit Racing-Reifen, gefahren sind!? Zusätzlich hatten die beiden ´Junioren` in einem Durchgang des ?Schotten-Rings? einen Plattfuss zu beklagen, mussten aufgrund der langen Reststrecke mitten in der Prüfung den defekten Reifen mit Bordmitteln wechseln und verloren dabei ebenfalls wertvolle Zeit.
Bis ins Ziel kämpften sich die beiden, die zwischenzeitlich durch das Reifen-Malheur bis auf Platz sechs zurückgefallen waren, jedoch peu á peu wieder auf den vierten Platz nach vorne und waren darüber letztlich ?überaus zufrieden?.
?Ich bin richtig stolz auf sie?, diktierte denn auch Teamchef Manfred Schmack (Konradsreuth) den zahlreichen Journalisten am Ziel in Schlitz in die Notizblocks und war vor allem auch darüber froh, dass die beiden schnellen und zuverlässigen HONDA Civic Type-R die ADAC-Hessen-Rallye Vogelsberg ohne nennenswerte Blessuren überstanden hatten, ?schließlich haben wir nur etwas mehr als eine knappe Woche, um die Autos für die Pneumant-Rallye Wittenberg am letzten April-Wochenende wieder auf- und vorzubereiten!?
In der Zwischenwertung der Int. Deutschen Rallyemeisterschaft rangieren Michael Stapel und Jürgen Breuer mit Platz neun nun bereits unter den Top Ten und Michael Windmüller/Stephan Jäckel haben sich auf Platz 22 nach vorne gearbeitet.

