Historic begeistert Fans

Über 50 historischen Rallyeautos sorgen im Rahmen des 5. Laufs zur DRM (Deutsche Rallye Meisterschaft) rund um Daun für die lebendige Form der Geschichtspflege.

23. August 2003

Michael Heimrich

Ohne Wertung aber mit viel Spass nehmen die Teams in ihren originalen Fahrzeugen aus den Baujahren von 1962 bis 1992 die Wertungsprüfungen unter die Räder, auf denen die Asse aus der DRM in den aktuellen Autos um Sekunden kämpfen.

„Wir möchten den Zuschauern und Fans die große Geschichte des Rallyesports zeigen“, erläutert Reinhard Klein die Initiative. Der bekannte Rallyefotograf aus Köln startet selbst in einem MG Metro 6R4 (1986), dessen V6-Mittelmotor in der aktuellen Zeit bis zu 415 PS entwickelte. „Die Autos sollen die Technik haben, die auch in ihrer aktuellen Zeit zum Einsatz kam“. Der weiß-blaue MG, der Mitte der 80er Jahre von Malcolm Wilson und Tony Pond gefahren wurde, war von der Technik her kein Spitzenfahrzeug. „Damals war das ein Nachteil“, schmunzelt der Rallye-Enthusiast. „Aber heute ist das ein klarer Vorteil wegen der einigermaßen überschaubaren Technik.“

Im Rahmen der ADAC Eifel-Rallye boten Reinhard Klein und Co. auch einigen Fans die Gelegenheit, die Faszination des Rallyesports in historischen Autos vom heißen Stuhl des Beifahrers aus mitzuerleben. ?Ich habe die Mitfahrt zum Geburtstag geschenkt bekommen?, strahlt Alfons Gossner, einer der Glücklichen beim Shake-down in Waldkönigen. Der 39jährige reiste eigens aus München in die Vulkaneifel, um Rallyefeeling pur zu erleben. Zunächst schnallte er sich neben Reinhard Kleins Frau Ursula in den Ford Escort RS 1800 (1977), mit dem Vic Preston Jr. 1977 die Safari-Rallye bestritt. Dann kletterte in den Renault 5 Maxi Turbo, mit dem Philippe Chatroit 1986 den zweiten Platz bei der Korsika-Rallye erreichte.

?Vor allem die Straßenlage und die kurzen Bremswege sind gewaltig?, freute sich der Schuhmachermeister aus der bayrischen Metropole. Natürlich bleiben Gossner und seine Familie noch übers Wochenende, um sich die Rallye anzuschauen. ?So eine Gelegenheit bekommt man ja nicht alle Tage?.

Als Zuschauer der Sonderprüfungen rund um Daun erlebt er dann mit vielen Fans das gesamte Feld der Historischen, angeführt von Wolfgang Prinzing / Peter Link (Ingelheim) im Saab 96 Sport (1962) mit Dreizylinder-Zweitakt-Motor und dem urigen Rängtängtäng-Sound. Der Saab in der originalen dunkelroten Werksfarbe und mit dem typischen Suchscheinwerfer auf dem Dach ist das älteste Auto im Feld. ?Der Wagen war von Anfang an ein Rallyefahrzeug und ich habe ihn vor sechs Jahren von einem schwedischen Fahrer gekauft?, sagt der 51jährige, der pro Jahr drei Veranstaltungen mit dem 70 PS starken Zweitakters bestreitet. ?Mich reizt hier bei der Eifel-Rallye die Internationalität des historischen Starterfelds und die sehr gute Organisation der Veranstaltung?.

Die Teams stammen aus Deutschland, Holland, der Schweiz, Großbritannien, Frankreich und sogar Neuseeland. Aus Schweden kommt der ehemalige Welt-meister Björn Waldegard als Special Guest, der mit Ex-Copilot John Davenport (GB) einen Toyota Celica Twin-Cam Turbo (1986) fährt. Mit dem 320 PS starken Coupé des Toyota Team Europe gewann Waldegard, der Mitte September 60 Jahre alt wird, die Safari Rallye 1986. Auf Initiative des damaligen TTE-Chefs Ove Andersson wurde die Celica in Köln restauriert und jetzt in der Eifel zum ersten Mal seit fast 20 Jahren wieder eingesetzt.

Als zweiter Ehrenast kommt Armin Schwarz (Oberreichenbach) zur Eifel Historic Rallye Party. Er startete in einem Lancia Delta S4 (1986) in Martini-Lackierung, der letzte Gruppe B-Bolide der Italiener mit bis zu 550 PS Leistung. Auch der einzige deutsche permanente WM-Starter startet ohne Wertung und Zeitnahme wie die anderen Rallye-Historiker. ?Jeder Fahrer soll ohne Wettbewerbsdruck das fahren, was er sich zutraut?, betont Reinhard Klein. ?Es geht uns um die Demonstration von historischen Rallyefahrzeugen?.

Das jüngste Auto des höchst lebendigen Rallyemuseums ist gerade mal 11 Jahre alt. Es ist der Ex-Werks-Lancia HF Integrale von Dirk Richter aus dem Jahr 1992, mit dem sich der heutige Skoda-Werksfahrer Didier Auriol sechs WM-Rallies gewann und gemeinsam mit seinem Teamkollegen Juha Kankkunen die letzte Marken-Weltmeisterschaft für Lancia sicherte. Der nach Gruppe-A-Reglement aufgebaute HF Integrale ist mit seinem Zweiliter-Turbomotor und dem Allradantrieb direkter Vorgänger der heutigen World Rally Cars (WRC).

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