Mini-Comeback

Zuversicht bei Prodrive wächst

Mit Spannung wird der erste Auftritt des Mini John Cooper Works WRC erwartet. Prodrive-Entwicklungschef David Lapworth gibt Auskunft über den Stand der Dinge.

<strong>KRÄFTIGES HERZ FÜR MINI:</strong> BMW liefert den neuen 1.6-Liter-Turbomotor

In knapp zwei Monaten ist es soweit. Mini kehrt unter der Federführung von Prodrive auf die WM-Bühne zurück. Bei der Rallye Sardinien feiert der Mini John Cooper Works WRC sein Debüt, bereits einen Monat zuvor wird der Mini John Cooper Works S2000 in Portugal erstmals eingesetzt.

 

„Zur Zeit befinden wir uns im Homologationsprozess“, erläutert Technikchef David Lapworth. „Wir wollen im März fertig sein, das heißt, der ganze Papierkram musste in der Vorwoche erledigt werden. Am Montag gab es eine Vorabinspektion der FIA um sicher zu stellen, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Am 9. März wird dann die formelle Homologation stattfinden. Dabei wird auch ein Vertreter eines anderen Herstellers dabei sein, jemand vom deutschen DMSB und vom britischen Verband und natürlich zwei FIA-Leute. Sie wollen zehn Sets von allen Komponenten sehen, die Herstellung der Karosse und einen komplett aufgebauten S2000. FIA-Technikchef Jaques Berger war bereits vier Mal bei uns um zu sehen, wie sich die Dinge entwickeln. Wir hoffen das alles eine formelle Angelegenheit wird und die Papiere für den S2000 noch vor Portugal abgestempelt werden.“

 

Aus dem ersten Einsatz des S2000 könnte Prodrive in letzter Minute noch wichtige Daten für die Fertigstellung des ersten Mini WRC gewinnen. Beide Autos unterscheiden nur wenig. „Was die WRC-Version des Minis betrifft, so hoffen wir, dass wir irgendwann im April zwischen Portugal und Sardinien den Kit fertig haben. Die wichtigsten Unterschiede zwischen S2000 und WRC sind die vordere Stoßstange und natürlich der größere Heckflügel. Unter der Haube ist die einzige Änderung das Schwungrad. Das ist im WRC ein halbes Kilo leichter“, erläutert Lapworth.

 

Vor allem auf das BMW-Triebwerk ist die Szene gespannt. Wurde der Mini von der Konkurrenz als solide Arbeit von Prodrive eingestuft, so werden die bayerischen Partner in ihrer Paradedisziplin alle Register ziehen. Der von der FIA getaufte „Weltmotor“ wird dabei nicht nur im Rallyesport eingesetzt, sondern kommt in dieser Saison auch im Tourenwagensport zum Einsatz. „Der wichtigste Abschnitt in der Motorentwicklung ist abgeschlossen und die Triebwerke für die ersten Rallyeautos und Tourenwagen wurden gebaut“, führt Lapworth aus. Wie von der FIA gewünscht, ist ein Motor entstanden, der in mehreren Rennserien eingesetzt werden kann. Lapworth: „Beide Versionen sind grundsätzlich gleich, nur der Einbau ist anders. Im Tourenwagen wird der Motor längs eingebaut, im Rallyeauto quer.“

 


AUF DEM SPRUNG NACH VORN? An das Mini-Comeback knüpft
nicht nur Prodrive hohe Erwartungen

  

Auch Prodrive und BMW musste sich während 28der Entwicklung des neuen 1,6-Liter-Turbos dem Thema Direkteinspritzung annehmen. „Es gibt nur wenige Leute im Motorsport, die davon Ahnung haben“, meint Lapworth. „Ich würde nicht behaupten, dass der Unterschied gewaltig ist. Aber es ist ein völlig neues Feld zum Experimentieren. Vergleicht man den alten 2-Liter-Turbo mit dem neuen 1.6-Liter, dann hat der Direkteinspritzer im Verhältnis zur Restriktorgröße etwa die selbe Leistung. Wirkliche Unterschiede gibt es aber in der Charakteristik des Motors. Der 1.6er dreht leichter hoch, er fühlt sich eher nach einem Sauger an.“

 

Die neue Schöpfung von Prodrive heißt zwar Mini, aber „mini“ ist der Countryman nicht. Im Vergleich zu seinen Mitbewerbern DS3 und Fiesta ist es das größte World Rally Car im WM-Feld. Für Lapworth brachte das unerwartete Vorteile. „Natürlich hatten wir die gleichen reglementsbedingten Beschränkungen, aber wir haben einen längeren Radstand und ein größeres Auto. Das schaffte Raum um das Gewicht optimal zu platzieren und hat uns sehr geholfen“, so Lapworth. Schon die erste Testfahrt bestätigte die Einschätzung seiner Truppe, dass der „große“ Mini die optimale Basis für den nächsten Prodrive-WRC ist. „Der Eindruck der Fahrer hat unsere Hoffnungen und Vorstellungen während der Entwicklung bestätigt. In Sachen Handling gibt es keinerlei Grund zu klagen.“

 

« zurück