Polo-Varianten geplant

VW: Breitensport im Blick

In den Hallen von Volkswagen Motorsport geht die Entwicklung des neuen Polo R WRC zügig voran, gleichzeitig plant man künftig Modelle für den Breitensport anzubieten.

<strong>KÜNFTIG AUCH IM BREITENSPORT:</strong> Volkswagen plant verschiedene Polo-Varianten

Eine Woche ist Jost Capito als neuer Sportchef im Amt, Zeit genug, um sich einen ersten Überblick über den Stand der Dinge bei Volkswagen Motorsport zu verschaffen. "Ich bin beeindruckt", gibt Capito zu. "Sei es die Organisation, das Können der Leute, oder die Kommunikation und Zusammenarbeit untereinander."

 

Den Polo R WRC hat Capito bislang noch nicht in Fahrt erlebt, dies soll sich bald ändern. "Wir haben in der kommenden Woche einen Test in Spanien und dann wissen wir mehr. In der Werkstatt sieht das Auto jedenfalls schon sehr gut aus", sagte der 53-jährige. "Wir werden in diesem Jahr an keiner Rallye teilnehmen und können deshalb nicht vorhersagen, ob das Auto konkurrenzfähig ist. Wir erwarten nicht zu viel und es ist auch nicht wichtig, bereits zu Beginn schnell zu sein. Wir haben eine Strategie für die Entwicklung und wollen am Ende des ersten Jahres in das Lage sein, um Podiumsplätze zu kämpfen."

 

Sein Vorgänger Kris Nissen gab die Marschroute aus, dass Volkswagen in der letzten Saison des bisher verabschiedeten Dreijahres-Programm in der Lage sein muss, um den Titel zu kämpfen. "Meine Ambitionen sind eine Sache, die andere ist, was realistisch ist", erklärte Capito seine Sicht der Dinge. "Bislang startete das Team bei einem bestimmten Lauf und konzentrierte sich ganz allein darauf. Wenn man aber eine Meisterschaft mit 10-13 Läufen bestreitet und ein völlig neues Auto entwickelt, dann braucht es eine komplett andere Struktur. Ich bin mir bewusst, dass die anderen Hersteller viel Erfahrung haben und ich kann nicht erwarten, dass ein neues Fahrzeug, ein komplett neues Team, dass jetzt eine völlig andere Motorsportart betreibt, auf Anhieb extrem konkurrenzfähig ist." Für genügend Motivation im Team wird Capito sorgen, "denn ich liebe es zu gewinnen und um so mehr hasse ich es, wenn ich verliere."

 

Trotz der aktuellen Konzentration auf das World Rally Car plant man bei Volkswagen bereits den nächsten Schritt. Vom Polo könnte es mittelfristig verschiedene Ableger in den kleineren R-Klassen geben. "Ich unterstütze den Kunden- und Breitensport", sagte Capito. "Volkswagen hat bereits einen Markenpokal, nicht nur in Europa,  sondern auch in China, oder Indien. Auch im Rallyesport werden wir uns so etwas anschauen. Wenn eine Marke wie VW in die Rallye-WM einsteigt, dass müssen wir uns auch Gedanken darüber, wie wir den Breitensport entwickeln."

 

Capito ist überzeugt, dass nach dem WM-Einstieg von Volkswagen wieder mehr junge Talente in den Rallyesport einsteigen werden. Sollten künftig R2, oder R3-Modelle des Polos zur Verfügung stehen, könnte man ähnlich wie Citroen den Weg eines jungen Fahrers bis ganz nach oben begleiten.

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