Hermann Gassner jr.

"Stecke im dritten Lehrjahr"

Für Hermann Gassner jr. wird die Rallye Deutschland eine besondere Herausforderung. Erstmals tritt er mit einem Skoda Fabia S2000 an und muss sich trotzdem beweisen.

<strong>UNTER DRUCK:</strong> Hermann Gassner jr. soll sich beim WM-Heimspiel beweisen

Was ist 2011 der besondere Reiz an der Rallye Deutschland?
"Natürlich sind mir die Strecken der Rallye Deutschland mittlerweile recht vertraut, doch es bleibt die Besonderheit, dass die Asphalt-Passagen in den Mosel-Weinbergen oder auf Baumholder einen sehr unterschiedlichen Belagcharakter haben – eigentlich sind es sozusagen verschiedene Rallyes, auf die sich der Fahrer komplett neu einstellen muss. Hinzu kommt, dass ich mit dem in dieser Saison für mich neuen Skoda Fabia S2000 noch nie auf Asphalt gefahren bin."

 

Wie steht es 2011 mit Deinen Asphalt-Genen? Wirst Du vorher Tests fahren?
 „Asphalt-Pisten sind wirklich kein unbekanntes Terrain für mich. 2009 war ich Deutscher Rallye-Meister, und hier in Deutschland wird ja fast ausschließlich auf Asphalt gefahren. Momentan weiß ich nicht, ob es sich noch zeitlich und finanziell ausgeht, ausgiebige Asphalt-Tests im Vorfeld zu absolvieren. Vorher starten wir noch bei den WM-Läufen in Griechenland und Finnland, vielleicht ergibt sich dort die Chance, mal kurz ein Asphalt-Setup auszuprobieren – ansonsten verlasse ich mich dabei voll auf unser erfahrenes Team.“

 

In der WM-Szene rechnen Insider mit rund drei Lehrjahren für Nachwuchspiloten, um dann den internationalen Durchbruch anzupeilen. Du bist erstmals 2007 in der Rallye-WM gestartet und hast mittlerweile 16 WM-Starts auf dem Konto. Bist Du noch ein WM-Azubi?
"2007 und 2008 standen nur drei Läufe auf meinem Low-Budget-Programm, das war nur ein vages Reinschnuppern. In den beiden Folgejahren kamen dann elf bewusst ausgesuchte WM-Runden dazu, die ich mit Unterstützung der „ADAC Stiftung Sport“ und meinen anderen Sponsoren absolvieren konnte. In diesem Jahr stecke ich – reell betrachtet – wirklich in meinem dritten Lehrjahr."

 

Wo liegen die Stärken des WM-Lehrlings Hermann Gaßner jr. – und existieren auch Schwächen?
" Ich denke mal, dass ich grundsätzlich wenig Fehler mache, bislang auch kaum teures Blech verbogen habe – und mein Grundspeed ist okay, macht mich jedenfalls sehr konkurrenzfähig. Von Schwächen will ich nicht reden, aber nervös macht es mich schon etwas, wenn wir bei einem uns noch unbekannten WM-Lauf beim offiziellen Training nur zweimal und im gedrosselten Tempo über die Rallye-Piste rollen können. Ich frage mich dann häufig, wie verlässlich unser Streckenaufschrieb da wohl ist – und werde hypervorsichtig, gehe null Risiko."

 

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