WM-Finale 2012

Spanien liebt es abwechslungsreich

Die „Rally de España“ löst in diesem Jahr die Wales-Rallye Großbritannien als Saisonabschluss ab. Sie zählt zu den vielseitigsten WM-Läufen überhaupt.

<strong>BUNTER MIX:</strong> In Spanien fahren die WM-Piloten auf Schotter- und Asphaltprüfungen

Die erste Etappe am Freitag führt zu 90 Prozent über Schotterwege, die immer wieder von kurzen Abschnitten auf befestigten Straßen unterbrechen werden. Besonders anspruchsvoll präsentiert sich dabei die Königsprüfung „Terra Alta“. Sie ist 44,02 Kilometer lang und weist gleich drei Belagwechsel auf.

 

Für die nächsten beiden Etappen werden die Fahrzeuge dann auf Asphalt-Spezifikation umgebaut. Denn am Samstag und Sonntag zeichnen sich die zumeist sehr schnellen Wertungsprüfungen durch einen besonders ebenen Festbelag aus, der Bedingungen auf Rundstrecken so nahe kommt wie sonst bei keinem zweiten Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft. Auf der Suche nach der letzten Zehntelsekunde katapultieren die Fahrer durch das „Cutten“ in Innenkurven allerdings Sand und Steine auf die Straße, dies erschwert die Anforderungen für nachfolgende Teilnehmer deutlich. Daher kommt einer vorderen Startposition, die sich am Zwischenergebnis nach dem Schottertag orientiert, eine große Bedeutung zu.

 

Einziger WM-Lauf, bei dem Schotter- und Asphalt-Pneus eingesetzt werden

 

Der ungewohnte Belagmix stellt die Teams und auch ihren Reifenpartner vor außergewöhnliche Herausforderungen. Am Freitagabend stehen den Mechanikern im Etappenziel zum Beispiel genau 75 Minuten zur Verfügung, um die Autos von Schotter- auf Asphalt-Spezifikation umzurüsten. Zugleich ist die Rallye Spanien auch der einzige Saisonlauf, bei dem zum Beispiel Michelin seinen Teams sowohl den Schotterspezialisten Latitude Cross als auch den reinen Asphaltreifen Pilot Sport anbietet. Im Detail bedeutet dies: Für das Qualifying und die erste Etappe steht pro Auto ein Kontingent von 14 Michelin Latitude Cross der härteren H1- und sechs Exemplare der weicheren S1-Laufflächenmischung zur Wahl. Hiervon dürfen allerdings maximal 15 eingesetzt werden. Hinzu kommen 18 harte und 16 weiche Michelin Pilot Sport mit identischem Laufflächenprofil für den Samstag und Sonntag, von denen 20 zur Anwendung kommen dürfen. Dabei gilt jeweils: Die weichere Mischung ist für regnerische Witterung prädestiniert, die härtere für trockene Bedingungen. Damit sind die Grundvoraussetzungen für spannende Reifenstrategien gegeben.

 

Zu den wichtigsten Neuerungen der diesjährigen Rallye Spanien, die im Großen und Ganzen den Versionen von 2010 und 2011 gleicht, zählen die Startzeremonie in der Innenstadt der katalanischen Landesmetropole Barcelona am Donnerstagabend sowie eine Zuschauerprüfung in Salou am Freitag. Der Service-Park schlägt seine Zelte wieder im Themenpark PortAventura auf. Nach der Schotter-Etappe am Freitag mit einer neuen Prüfung am frühen Morgen wechselt die Rallye in den Nordwesten der Region Tarragona und auf Asphalt. Dabei stehen am Samstag besonders die beiden Durchgänge des Klassikers „El Priorat“ auf dem Programm, die mit jeweils 45,97 Kilometer zu den längsten der gesamten Saison gehören. Der Finaltag findet näher am Start- und Zielort Salou statt und umfasst auch die sogenannte „Power Stage“, auf der für die drei schnellsten Fahrer bis zu drei Bonuspunkte vergeben werden.

 

In Spanien stehen für die WM-Starter 18 Wertungsprüfungen über insgesamt 405,46 Kilometer auf dem Programm. Die Rallye beginnt am Donnerstag (8.11.) mit dem Qualifying in Salou. Abends findet um 17.30 Uhr der Zeremonielle Start vor der Kathedrale in Barcelona statt. Am Freitagmorgen (9.11.) heißt es für Rallye-Fans früh aufstehen. Um 7.45 Uhr wird die erste Prüfung gestartet. Die 18. und letzte Wertungsprüfung beginnt am Sonntag (11.11.) um 13.49 Uhr. Die Siegerehrung findet ab 15.02 Uhr in Salou statt.

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