JWRC 2015

Riedemann nicht nur hinterm Lenkrad aktiv

Christian Riedemann zählt aktuell zu den erfolgreichsten und erfahrensten Rallyefahrern Deutschlands. Neben seiner Saison in der Junior-WM greift er auch jungen Talenten unter die Arme und ist im neuen Nachwuchsprogramm des ADAC Weser Ems involviert.

Wie wichtig war der zweite Junior-Platz bei der Rallye Monte Carlo für Deine Zukunft?
Lange Zeit war unklar, ob wir noch einmal in der Junior-WM starten, oder einen anderen Weg einschlagen werden. Als jedoch bekannt wurde, dass die Rallye Monte Carlo in diesem Jahr erstmalig zum Kalender zählt, wollte ich unbedingt dabei sein. Die „Monte“ ist der Traum eines jeden Rallyefahrers und alle möchten bei ihr an den Start gehen. Da meine Saison noch nicht finanziert ist, war dieser Erfolg sehr wichtig für uns. Erneut haben wir bewiesen, dass wir in der Lage sind, ganz vorne mitzufahren. Nun hoffe ich dadurch noch den ein oder anderen Sponsor oder Partner zu finden.

Bis zum nächsten Lauf in Portugal sind es noch einige Wochen. Was machst Du in der Pause bis dahin?
Langeweile kommt jedenfalls keine auf. Ich bin hauptberuflich als Industriemechaniker beschäftigt und sitze nach Feierabend oft am Computer. Jede Woche schreibe ich mehrere Bewerbungen, um weitere Partner und Sponsoren für mich zu gewinnen. Zusätzlich werde ich in dieser Saison vermehrt Nachwuchsfahrern beratend zur Seite stehen. Am Wochenende unterstütze ich zum Beispiel Julius Tannert beim Auftakt der Junior Rallye Europameisterschaft in Lettland. Die ADAC Stiftung Sport, die auch mir von 2010 bis 2012 geholfen hat, fördert weiterhin junge Rallyefahrer. Sofern es zeitlich passt, werde ich diesen Piloten mit Rat und Tat zur Seite stehen. 

Dein langjähriger Partner ADAC Weser Ems will in diesem Jahr ein Rallye-Nachwuchsprogramm auf die Beine stellen. Wirst Du dabei ebenfalls eingebunden sein?
Der ADAC Weser Ems hat kürzlich einen Citroën DS3 R1 und einen Opel Adam Cup gekauft und plant beide in den entsprechenden Serien einzusetzen. Zusätzlich wird es noch einen Clubsport Rallyesprint geben, der auf dem Citroën DS3 R1 ausgetragen wird. Geplant sind fünf Läufe, bei denen alle Fahrer auf dem gleichen Auto fahren werden. Die Fahrer sollen unter anderem die Zusammenarbeit mit dem Beifahrer lernen und sind daher nur zu zweit startberechtigt. Im Rahmen dieses Nachwuchsprogramms haben wir bereits letztes Wochenende eine Sichtung durchgeführt, bei der elf Teilnehmer die Möglichkeit hatten, ihr Können unter Beweis zu stellen. Die zwei besten bekommen nun die Gelegenheit in den Cups zu starten. Die restlichen neun dürfen an dem Clubsport Rallyesprint teilnehmen und sich im Laufe des Jahre für höhere Aufgaben empfehlen. Sofern es mein Zeitplan zulässt, werde ich den Fahrern vor Ort als Berater zur Seite stehen.

 

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