WM 2017

Rallye Deutschland: Griebel will sich in der WRC2 beweisen

Aus welchem Holz er geschnitzt ist, will Junior-Europameister Marijan Griebel bei der Rallye Deutschland zeigen. Dort tritt er in der WRC2-Wertung an und trifft dabei auf ein anderes deutsches Talent, der das Gleiche vorhat.

Mehr Heimspiel geht nicht. Kein Fahrer hat eine kürzere Anreise zur Rallye Deutschland (17. - 20. August) als Marijan Griebel. Der Junior-Europameister wohnt gerade einmal 15 Kilometer vom Servicepark am Bostalsee entfernt und absolviert große Teile seines Fitnessprogramms auf den Laufstrecken rund um den See.

Auch sonst hat der Polizeikommissar eine ganz besondere Beziehung zu Deutschlands größter Motorsportveranstaltung. Bereits als Jugendlicher stand der heute 28-Jährige bei der ersten Ausgabe des WM-Laufes im Jahr 2002 an den Strecken und bestaunte die Fahrkünste der weltbesten Driftkünstler - mit einem einzigen Ziel: Selbst in einem Topauto bei der Rallye Deutschland gegen die internationale Rallyeelite anzutreten.

Dieser Traum wird nun wahr. Griebel und Copilot Stefan Kopczyk werden im vom österreichischen BRR-Einsatzteam um Rekordlandesmeister Raimund Baumschlager betreuten Skoda Fabia R5 erstmals in der topbesetzten WRC2 antreten und dort auf zwei Dutzend Teams, darunter zahlreiche Werkspiloten und Profis treffen.

„Zu gut kann ich mich noch erinnern, als ich mit meinem Vater im Jahr 2002 beim ersten WM-Lauf in Deutschland an der Strecke stand und unter anderem meinen heutigen Mentor Armin Kremer vorbeifliegen sah. Nun kann ich es kaum erwarten, mich selbst mit der versammelten WRC2-Elite zu messen. Ich weiß um die riesige Herausforderung“, sagte Griebel.

Verstecken will und muss sich Marian Griebel dabei nicht. Von 2014 bis 2016 hat der er im Opel Adam R2 hier dreimal in Folge den Klassensieg errungen. Im vergangenen Jahr stürmte der Pfälzer im kleinen Fronttriebler dabei bis auf den 19. Gesamtrang nach vorne. Auch die diesjährige Form stimmt: Am vergangenen Wochenende gewann Griebel im ungewohnten Hyundai i20 R5 zum Gesamtsieg bei der Rallye Luxemburg und sammelte weitere Wettbewerbserfahrung, die er nicht nur bei den nachfolgenden EM-Auftritten, sondern auch und gerade bei der Rallye Deutschland nutzen will. Bevor Griebel beim WM-Lauf in Deutschland antritt, wird er noch die zur Europameisterschaft zählende Asphalt-Rallye Rzeszow (4./5. August) in Polen bestreiten.

„Dass ich vierzehn Tage vorher noch einen EM-Lauf bestreite, dürfte auch kein Nachteil sein. Zudem planen wir am Montag vor dem WM-Lauf noch einen kurzen Test im Saarland, um für den Saisonhöhepunkt bestens gewappnet zu sein“, sagte Griebel, der sich mit einem starken Ergebnis für ein weiteres Programm in der Saison 2018 empfehlen möchte. „Ich will mich nicht verstecken, sondern zeigen, dass ich trotz deutlich weniger Erfahrung in einem R5 mithalten kann.“

Ein Vorhaben, dass auch Fabian Kreim umsetzen möchte. Der Skoda-Pilot tritt ebenfalls bei der Rallye Deutschland in der WRC2 an und soll zeigen, dass er zu mehr bereit ist, als den nächsten Titel in der Deutschen Rallye Meisterschaft zu holen.

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