Neue Pläne

Polo WRC 2017: Sorgt Al-Attiyah für eine Überraschung?

Wüstensohn Nasser Al-Attiyah ist immer für eine Überraschung gut. Hinter den Kulissen arbeitet der Katari fleißig an der Umsetzung eines verwegenen Plans: Er will mit einem Polo WRC in der Weltmeisterschaft 2017 starten.

Polo WRC 2017
In Schweden wurde der Polo WRC 2017 zum letzten Mal getestet - Foto: Patrik Sandell

Rollt der Volkswagen Polo WRC 2017 doch nicht ins Museum? Ein Gerücht aus Katar beflügelt die Hoffnungen der Fangemeinde. Im Emirat soll Nasser Al-Attiyah an der Umsetzung eines Privatteams arbeiten, dass zwei Polo WRC in der Weltmeisterschaft einsetzt. 

Gleichzeitig erklärte VW-Entwicklungsvorstand Dr. Frank Welsch, dass man unter gewissen Voraussetzungen durchaus gewillt sei, das Auto von der FIA homologieren zu lassen. „Alles was ich im Moment sagen kann: Die Leute sind interessiert und wir halten diese Möglichkeit offen“, meinte Welsch gegenüber Autocar. „Die Entwicklung ist zu 99 Prozent abgeschlossen und es würde Sinn ergeben, die letzten Sachen für eine Homologation zu machen, damit wir es anbieten können.“

Katar und Volkswagen

Um den Polo WRC 2017 zu homologieren, muss sich Volkswagen allerdings mit zwei Fahrzeugen in die Weltmeisterschaft einschreiben. Ein schwieriges Unterfangen, nachdem man erst vor kurzem seinen Ausstieg bekanntgegeben hat. 

Bei der Umsetzung seines Vorhabens dürfte Al-Attiyah aber der Umstand helfen, das Katar schlappe 17 Prozent des VW-Konzerns gehören. Das sorgt für einen sehr kurzen Draht in den Vorstand und im Falle des Falles für entsprechenden Nachdruck in den Verhandlungen.

Ogier als Teamkollege?

Wenig überraschend ist, das Al-Attiyah bei seinen kühnen Plänen von Sebastien Ogier als Teamkollegen spricht. Der Weltmeister durfte sich in der vergangenen Woche ein Bild von der Konkurrenz machen und testete nach dem Toyota Yaris WRC, auch den Ford Fiesta WRC. Der Citroën C3 WRC als dritte Möglichkeit blieb bislang verschlossen. Die Testfahrten hinterließen einen zwiespältigen Eindruck, keines der Fahrzeuge scheint konkurrenzfähig zu sein. Entsprechend interessiert dürfte Ogier sein, dass die Umsetzung des Al-Attiyah-Vorhabens klappt. Dann könnte er doch noch mit dem von ihm mitentwickelten Polo WRC 2017 um den Titel kämpfen. 

WRC-Trophy als Alternative

Al-Attiyah hat im Moment noch ein anderes Ziel vor Augen. Er startet erstmals mit einem Toyota Hilux bei der Dakar (4. bis 14. Januar). Die Rallye Monte Carlo findet bereits eine Woche später statt, in 10 Tagen endet die Einschreibung für die Weltmeisterschaft. Die Zeit wird also knapp, um die Finanzierung eines großen WM-Teams auf die Beine zu stellen, dass die Infrastruktur von Volkswagen Motorsport nutzen kann. Alternativ greift Al-Attiyah auf den Polo WRC 2016 zurück und startet dann in der neuen WRC-Trophy. Dorthin wird ihn allerdings Ogier nicht begleiten.

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