Rallye Deutschland

Neuville: "Den Sieg zu holen, wird schwierig"

Nicht nur wegen seines Vorjahreserfolges genießt die Rallye Deutschland für Thierry Neuville einen ganz besonderen Stellenwert: Der Hyundai-Pilot stammt aus Hünningen bei Sankt Vith und damit ganz aus der Nähe der Rallye-Region. Entsprechend groß sind die Erwartungen an seine Person.

Thierry, lässt sich der Erfolg des Vorjahres wiederholen?

„Wir werden uns gut vorbereiten und entsprechend zuversichtlich an den Start gehen. Natürlich wird Volkswagen wieder sehr stark sein und auch Citroën ist auf Asphalt sehr schnell. Aber 2014 konnten wir mit unserem Hyundai i20 WRC gut mithalten und Bestzeiten fahren. Auch in diesem Jahr ist hier ein Podiumsplatz möglich. Den Sieg zu holen, wird schwierg, doch man sollte ihn nie aus den Augen verlieren.“

Ist der Erwartungsdruck seit Deinem Sieg gestiegen?

„Nicht unbedingt. Jeder erwartet zwar, dass wir auch dieses Jahr wieder vorne mitfahren, doch 2014 haben wir auch ein wenig vom Ausscheiden der führenden Teams profitiert. Wichtig ist, dass wir unser Ziel - ein Top-Resultat - stets im Blick behalten. Mit einer konstanten Leistung und guten Zeiten ist ein Platz auf dem Podium durchaus in Reichweite.“

Nach sechs WM-Läufen auf Schotter geht es in Deutschland auf Asphalt zurück. Wie schwierig ist die Umstellung auf den neuen Untergrund für das gesamte Team?

„Die Umstellung ist in erster Linie eine Herausforderung für die Piloten und Co-Piloten, denn die Fahreigenschaften auf Asphalt sind ganz anders als auf Schotter. Es braucht da immer eine gewisse Zeit, um sich an den neuen Untergrund zu gewöhnen, doch das richtige Gefühl stellt sich dann wieder schnell ein.“

Wie kann sich ein Laie den fahrerischen Unterschied zwischen Asphalt und Schotter vorstellen?

„Alle Fahreigenschaften sind komplett anders. Auf Schotter sind die Fahrzeuge sehr weich abgestimmt, das Fahren auf Asphalt ist dagegen eher hart, die Reifen haben deutlich mehr Grip. Man kann es vielleicht mit dem Umstieg von einer Limousine auf ein Kart vergleichen. Jeder, der schon einmal Kart gefahren ist, kann das bestimmt gut nachvollziehen.“

Unfall Thierry Neuville @ Shakedown Rallye Deutschland 2014

Was macht den Reiz des deutschen WM-Laufs aus?

„Die ADAC Rallye Deutschland ist eine sehr schöne und vor allem auch sehr abwechslungsreiche Rallye. Hier trifft man auf viele verschiedene Bedingungen: Da sind die engen Strecken in den Weinbergen mit den vielen Kehren, bei denen man bis in den ersten Gang runterschalten und dann wieder herausbeschleunigen muss. Und dann natürlich die Panzerplatte in Baumholder, die den Teams und den Fahrzeugen alles abverlangt. Hier ist auch die Reifenwahl enorm wichtig - vor allem bei schwierigen Wetterbedingungen.“

Auf der berühmt-berüchtigten Panzerplatte wird in diesem Jahr noch mehr für die Zuschauer geboten. Bekommt man als Fahrer von der dortigen Atmosphäre etwas mit?

„Als 2014 zum ersten Mal die Sprintprüfungen auf der Panzerplatte gefahren wurden, konnten wir die Atmosphäre vor dem Start der Wertungsprüfungen schon genießen. Gerade in den Kreuzungsbereichen, an denen wir Fahrer mehrmals vorbeikommen, ist immer sehr viel los. Und natürlich habe ich dort auch die vielen belgischen Flaggen der Fans gesehen, die jedes Jahr extra nach Deutschland kommen, um uns zu unterstützen. In der Prüfung selbst sind wir dann aber voll konzentriert.“

Die Wertungsprüfung Waxweiler liegt ganz in die Nähe Deiner belgischen Heimat. Hat man da zusätzlichen Druck?

„Meine Familie und mein Fanclub werden mir auch in diesem Jahr vor Ort die Daumen drücken. Aufgrund der Nähe zu meiner Heimat sind natürlich mehr belgische Fans live dabei als bei den anderen Läufen. Für mich ist das aber mehr eine schöne Motivation als ein zusätzlicher Druck.“

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