Wales Rally GB nach WP3

Neuville bleibt an Ogier dran

Am späten Donnerstagabend fand der kurze und knackige Auftakt der Rallye Großbritannien statt. In der walisischen Dunkelheit fand sich am besten Sebastien Ogier zurecht, aber Thierry Neuville bleibt dicht an ihm dran.

<strong>SCHNELL:</strong> Thierry Neuville liegt nur wenige Sekunden hinter Spitzenreiter Sebastien Ogier

Lediglich 25 Wertungskilometer standen zum Auftakt der Rallye Großbritannien auf dem Programm, doch diese hatten es bereits in sich. Nicht nur die Dunkelheit machten den Fahrern zu schaffen, auch die Gripverhältnisse waren alles andere als optimal. Auf den ersten beiden Prüfung gab Sebastien Ogier (Volkswagen) das Tempo vor, der als Spitzenreiter übernachtet. „Ein prima Start für uns in die Rallye. Nach dem guten Qualifying habe ich schnell meinen Rhythmus gefunden. Ich kann alles sehr entspannt angehen, was mir hier entgegen kommt. Denn die Rallye Großbritannien gehört normalerweise nicht zu meinen Favoriten. Es ist extrem einfach, mit einem Fehler auszufallen“, meinte Ogier.

 

Den Bestzeiten-Hattrick des Franzosen verhinderte Thierry Neuville (Ford), der kurz vor dem Tagesziel die Bestzeit erzielen konnte und Jari-Matti Latvala (VW) vom zweiten auf den dritten Rang verdrängte. „Wir hatten einen gehörigen Schreckmoment, als ich auf der zweiten Prüfung eine Kurve schnitt und mit dem Unterboden aufsetzte. Danach gab es ein kleines Problem mit dem Schalthebel, aber unser Auto scheint einiges aushalten zu können. Erst dachte ich, es wäre vorbei, doch dann hole ich mir die Bestzeit“, war Neuville im Ziel erleichtert.

  

Mikko Hirvonen behauptet sich als bester Citroën-Pilot auf dem vierten Rang, hat sich allerdings schon einen Rückstand von 16.1 Sekunden eingefangen. Für seinen Teamkollegen Dani Sordo hatte der Tag mit einer schlechten Nachricht begonnen. Das Citroën-Team hatte beim Aufbau der Fahrzeuge die Übersicht verloren und für das Auto des Spaniers das neunte Chassis der Saison verwendet – erlaubt sind laut Reglement aber nur acht. Die Offiziellen brummten Sordo deshalb fünf Strafminuten auf, entsprechend weit liegt er im Klassement zurück. „Ich bin schon sehr enttäuscht“, meinte der Deutschland-Sieger und übte sich in Zweckoptimismus. „Wir haben eh nichts mehr in der Weltmeisterschaft zu verlieren und  können nur versuchen das Ganze zu vergessen. Es ist wie es ist. Jeder ist nur ein Mensch, egal ob Fahrer, oder Techniker, so ein Patzer kann jedem passieren.“ Teamchef Yves Matton entschuldigte sich umgehend: „Natürlich tut es mir für Dani sehr leid. Wir haben einen Fehler gemacht. Es wurde ein Chassis vom zweiten im ersten Team genutzt und das zählt als neuntes Chassis.“

 

Ein besonderes Augenmerk lag am Abend auf dem WRC-Debüt von Robert Kubica (Citroën) in der Weltmeisterschaft. Neues Auto, neuer Beifahrer, neuer Schrieb und die anspruchsvollen Bedingungen in Wales – der Pole hatte sich kein leichtes Pflaster für die Premiere ausgesucht, doch er meisterte diese mit Bravour und liegt aktuell auf dem siebten Rang. Nur wenige Sekunden trennen Kubica zu den vor ihm fahrenden Mads Östberg (Ford) und Andreas Mikkelsen (VW). „Es war kein einfacher Start für mich. An den Stellen wo ich meinen Aufschrieb vertraut habe, lief es jedoch gut“, sagte Kubica.

 

Am Freitag folgen drei weitere WP, die jeweils zwei Mal gefahren werden. Beim zwischenzeitlichen „Remote Service“ in Newtown können die Teams kleinere Reparaturen an den Fahrzeugen vornehmen. „In jedem Fall werden die nächsten Tage eine spezielle Herausforderung. Besonders am Samstag und Sonntag sind wir den ganzen Tag unterwegs ohne einen Mittagsservice, was vor allem Auto und Reifen beansprucht“, erklärte Spitzenreiter Ogier.

  

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