WM 2017

Nach Spanien-Sieg: Kris Meeke spricht Klartext

Kris Meeke und das Citroën-Werksteam galten bisher als die großen Verlierer der 2017er-WRC-Saison, da kam der Sieg bei der Rallye Spanien gerade zur rechten Zeit. Nach seinem zweiten Saisonsieg äußerte sich der Nordire ungewohnt klar zu Fahrerwechseln und zum C3 WRC.

Normalerweise liefert der Sieger nach einer Rallye wenig bis gar keinen Zündstoff, zu groß ist die Freude über das gute Ergebnis. In Spanien war das ein wenig anders. Kris Meeke nutzte die Gunst der Stunde und bezog offen Stellung zur Situation im Team.

„Wenn Fahrer in der Mitte des Jahres ausgetauscht werden und niemand weiß, was als nächstes passiert, dann hat das Einfluss auf die Stimmung und die Moral“, sagte der Nordire, der in Spanien fast die Hälfte seiner jetzt 60 WM-Punkte einfuhr, gegenüber WRC Radio. „Ich möchte einfach Stabilität haben und Selbstvertrauen spüren. Wir haben noch Arbeit vor uns, aber das Wichtigste ist das Selbstvertrauen. Wenn du im Auto das Vertrauen hast, dann strahlt sich das auf das Team aus. Hier fängt alles an.“

Meeke äußerte sich auch zur Kritik an seiner Person. „Für Fehler wurde immer nur ich verantwortlich gemacht. Aber es gab auch Fehler, die auf das Auto zurückzuführen waren“, erklärte der 38-Jährige. „Wenn du eine Prüfung fährst, dann brauchst du ein Auto, das genau das macht, was du ihm sagst. Das Auto darf nicht dir sagen, was es macht.“

Hier liegt beim C3 WRC offensichtlich ein großer Unterschied zwischen festem und losem Untergrund: „Jeder Fahrer, der den C3 auf Schotter gefahren ist, hat gesagt, dass er sich beim Fahren nicht sicher fühlt“, erklärt Meeke und schließt dabei indirekt Edel-Tester Sébastien Loeb mit ein. Auf Asphalt sieht die Situation dagegen ganz anders aus: „Es ist schon etwas Spezielles, den C3 auf Asphalt zu fahren“, lobte Meeke bei der offiziellen Pressekonferenz.

An eine generelle Trendwende glaubt der Nordire nicht. „Durch dieses Ergebnis verändert sich nichts über Nacht. Wir wussten, dass uns diese Rallye liegen würde. Die Strecken an Tag eins hatten ein ähnliches Profil wie die in Mexiko und dort hat das Auto funktioniert.“ Den Anteil des neuen Technischen Direktors Christophe Besse am Erfolg will Meeke nicht überbewerten. Besse sei „ein guter Typ“, der „auf Ingenieursseite Ruhe reinbringt“. Aber: „Christophe ist er seit zwei, drei Wochen Vollzeit bei uns. Er hatte noch nicht die Zeit, viel zu verändern.“

Ohnehin gehe es beim C3 WRC nicht um die eine Änderung: „Das Auto hat kein fundamentales Problem“, so Meeke. Es gehe vielmehr darum, das „Selbstvertrauen auf Schotter zu finden und das Betriebsfenster zu vergrößern.“ Ungewohnte Worte für einen Mann, der gerade Champagner versprüht hat …

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