Akropolis-Rallye nach WP9

Loeb weiter an der Spitze

Das Duell zwischen Loeb und Latvala bleibt spannend. Den Kampf um Platz drei gewinnt Petter Solberg. Östberg und Neuville werden zurückgeworfen.

Sébastien Loeb kann Jari-Matti Latvala hinter sich halten. Noch.
<strong>SPITZENREITER:</strong> Sébastien Loeb kann Jari-Matti Latvala hinter sich halten. Noch.

„Ein guter Nachmittag, ein toller Kampf“, freute sich Jari-Matti Latvala im Etappenziel. Der Finne sitzt dem Weltmeister weiter im Nacken. Mit zwei Bestzeiten nahm Latvala Spitzenreiter Loeb Zeit ab. „Es war sehr staubig, ich habe kaum die Straße gesehen“, klagte der Franzose im Ziel der letzten Freitags-Prüfung. „Am Ende habe ich zwei kleine Fehler gemacht.“ Loeb hat nur noch 6,5 Sekunden Vorsprung auf Latvala.

 

3/3 für Ford

 

Ebenfalls eine Bestzeit fuhr Petter Solberg – und holte sich damit den dritten Platz zurück. Nachdem im Flexi-Service der Schaden vom Mittag behoben wurde, gab der Norweger Gas und schob sich als Schnellster der WP8 wieder an Mikko Hirvonen vorbei. Der Norweger nahm Hirvonen, der mit dem Citroën überhaupt nicht zufrieden war, ganze 8,8 Sekunden ab.

 

Solberg beendet den Tag mit 18,7 Sekunden Rückstand auf Rang drei. „Nicht übel, aber morgen ist auch noch ein langer Tag!“ Mikko Hirvonen kämpfte wie Teamkollege Loeb mit der schlechten Sicht, handelte sich bei einem Ausflug einen Reifenschaden ein und verlor im Kampf um Rang drei weiter wertvolle Zeit. Der Finne hat fast 32 Sekunden Rückstand auf Solberg.

 

M-Sports Desaster

 

Die Duelle hinter den Spitzenleuten waren - erstmal - schnell entschieden. Evgeny Novikov schlug sich direkt zu Beginn der dritten Tagesschleife mit Motorproblemen herum, verlor anderthalb Minuten und den fünften Platz an Mads Östberg. Die berühmte Prüfung „Bauxite“ wurde auch seinem M-Sport-Kollegen Ott Tänak zum Vehängnis. „Nach der ersten Durchfahrt haben wir den Aufschrieb korrigiert – und die falsche Kurve verbessert …“

 

Der Este flog ab, schaffte es nach einem Reifenwechsel zwar noch ins WP-Ziel, musste den Fiesta aber dann abstellen. Thierry Neuville, der nach dem verhaltenen Start mit einer veränderten Abstimmung besser zurecht kam, machte so gleich zwei Plätze gut.

 

Rückschläge auch für Neuville und Östberg

 

Doch auch für den Belgier lief es nicht rund: Neuville sprach nach WP8 von einer „reinen Schlitterpartie“, baute die vordere linke Antriebswelle aus und verlor mit dem zum Hecktriebler umfunktionierten DS3 auf der letzten Tagesprüfung massig Zeit, unter anderem um die herannahenden Fahrzeuge vorbeizulassen. Neuville beendet den Freitag auf Rang elf.

 

Und auch Mads Östberg wirbelte Staub auf. Der Norweger verlor durch einen Ausritt über drei Minuten und fiel von fünf auf acht zurück. „Wir sind nicht richtig abgeflogen, steckten aber trotzdem fest. Es hat gedauert, bis wir da raus waren. Die Leute waren eher an Fotos interessiert, als daran, uns zu helfen ...“

 

Schönheitsfehler

 

Evgeny Novikov hat also den fünften Platz wieder zurück - trotz der Motorprobleme und obschon der Russe später auch noch die Gangschaltung verlor. Hinter Martin Prokop, der mit einem gebrochenen Stabilisator ins Tagesziel fuhr, liegt Nasser Al-Attiyah, der wegen eines defekten Kabels zwischenzeitlich die Ansagen von Co Bernacchini nicht hörte, auf Platz sieben vor Östberg.

 

Die Top Ten vervollständigen die beiden Skoda Fabia S2000 von Volkswagen Motorsport. Sébastien Ogier konnte sich im teaminternen Duell vor Andreas Mikkelsen behaupten. Hinter Neuville belegt Armindo Araujo im Werks-Mini Platz zwölf. Teamkollege Paulo Nobre stöhnte: „Den Titel „Rallye of Gods“ trägt die Akropolis völlig zu Recht.“ Der Brasilianer, der den Streckenputzer spielen musste, kam wie gewohnt nicht besonders schnell, aber dieses Mal zumindest ohne größere Zwischenfälle durch.

 

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