ERSTER ASPHALTSIEG

Latvala hat seine Lektion gelernt

Sein Unfall in Deutschland hatte für Jari-Matti Latvala doch etwas Gutes. Der Finne nutzte diese bittere Erfahrung, um sein Tempo in Frankreich zu kontrollieren. Doch nicht nur das war sein Schlüssel zum Erfolg.

<strong>JUBELSTIMMUNG:</strong> VW-Vorstand Heinz-Jakob Neußer und VW-Sportchef Jost Capito feiern den ersten Asphaltsieg von Jari-Matti Latvala

Jari-Matti Latvala hat den Bann durchbrochen. Nach 14 Jahren, elf Monaten und 23 Tage steht endlich wieder ein Finne bei einem WM-Lauf auf Asphalt ganz oben. Zuletzt gelang dieses Kunststück Tommi Mäkinen bei der Sanremo-Rallye 1999.

„Ich erinnere mich noch an die Rallye Spanien 2008 als ich im Ford Focus saß und zum Sieger Sebastien Loeb rund sechs Minuten verlor. Genau sechs Jahre später stehe ich ganz oben auf dem Podium. Ich habe mich also pro Jahr um eine Minute verbessert. Es hat eine Weile gedauert, aber ich habe es geschafft“, so Latvala, der die Lektion aus seinem späten Abflug in Deutschland gelernt hatte und sich im Vorfeld der Rallye Frankreich gezielt darauf vorbereitete, sein Tempo zu kontrollieren. „Ich war schon einige Male dicht dran, aber ich musste einen Fehler in Deutschland machen um zu verstehen wie ich mich selbst kontrollieren muss, wenn ich in Führung liege. Es war ein schlimmer Ausrutscher, aber dadurch bekam ich das Gefühl der Kontrolle, das ich heute hatte. Die Erfahrung hat geholfen.“

Doch nicht nur die Arbeit an seiner Selbstbeherrschung war ein Schlüssel zum Frankreich-Erfolg, Latvala besorgte sich auch genügend Onboard-Aufnahmen von Rekordchampion Sebastien Loeb, um dessen Geheimnisse auf die Schliche zu kommen. „Ich habe seine Linien studiert und gelernt, wie er auf Asphalt fährt“, erklärte Latvala. „So ist es in schnellen Passagen, in denen man sich nicht sicher ist ob diese voll gehen, besser, wenn man nur das Gaspedal lupft anstatt zu bremsen. Das hält das Tempo hoch und stört die Balance weniger.“

Hilfe von der Rundstrecke

Auch der Einsatz beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring 2010 hat sich ausgezahlt. „Schon im Training habe ich gemerkt, dass ich eine völlig falsche Linie fahre. Ich habe mir dann bei routinierten Rennfahrern angeschaut, wie die eine Kurve angehen. Das hat mir viel gebracht. In diese Richtung habe ich seitdem weiter gearbeitet“, verriet der Finne.

Trotz des Erfolgs hat Latvala weiterhin nur geringe Chancen auf den diesjährigen Titel. Sebastien Ogier muss beim nächsten Lauf in Spanien nur einen Punkt mehr als sein Teamkollege holen um erneut Weltmeister zu sein. Doch Latvala gibt sich weiterhin kämpferisch und ist vor allem für die Zukunft bestens gerüstet: „Wenn du Weltmeister werden willst, musst du ein kompletter Fahrer sein. Du musst auf jedem Untergrund gewinnen.“ - Das hat er in Frankreich eindrucksvoll bewiesen.

LINK: Die Videos der Rallye Frankreich 2014


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