Rallye News

Klassiker bereichern WM-Lauf

Wenn die schnellsten Rallye-Piloten der Welt bei der Rallye Deutschland an den Start gehen, dürfen sich die Fans auf einen zusätzlichen Leckerbissen freuen.

Beim deutschen Lauf zur Rallye-WM (WRC) werden mehr als ein Dutzend automobile Legenden hinter dem Feld der aktuellen Rallye-Boliden herdonnern, um zu beweisen, dass auch mit bis zu 40 Jahre alter Technik noch faszinierende Fahr-Performance möglich ist.

 

Die in der IG Works Rally Cars zusammengeschlossene Truppe von Rallye-Enthusiasten präsentiert ihre Alpines, Asconas und Stratos statt im musealen Ausstellungsraum im angestammten Revier: auf der Rallye-Piste. An allen drei Rallye-Tagen kommen die Fans an ausgewählten Wertungsprüfungen in den Genuss, nach den Meistern von heute die Champions von einst zu sehen. Es sind schon bemerkenswerte Fahrzeuge, deren Motoren bei der ADAC Rallye Deutschland noch einmal aufbrüllen. Die stolzen Besitzer der Boliden aus den Jahrgängen 1962 bis 1992, die in der IG Works Rally Cars zusammenfanden, erweisen ihren Automobil- Schätzchen entsprechende Referenz: Die Stars bei diesen Demonstrationsfahrten sind eindeutig die Autos und nicht die Fahrer.

 

Deshalb wird auch auf eine möglichst originalgetreue Präsentation der Fahrzeuge besonderen Wert gelegt. Vom Saab 96 (Baujahr 1962) über eine Lancia Fulvia aus den frühen Siebzigern bis zu einem Porsche 911S von 1984 reicht die Palette. Auch der Lancia Stratos, der erste konsequent für den Rallyesport gebaute Bolide, der legendäre Opel Ascona 400 und ein Audi Quattro werden präsentiert ? und alle selbstverständlich im möglichst originalgetreuen Design.

 

Die Fans bei der ADAC Rallye Deutschland können die Motorsport-Schätzchen im Bestzeit-Rentenalter auf zweifache Weise erleben. An jedem der drei Rallye-Tage starten die Veteranen jeweils auf der ersten WP-Schleife. Am Freitag (25. Juli) stehen zwei Prüfungen an Mosel und Ruwer ? WP 1 (Fell / Ruwertal) sowie die WP 2 (Dhrontal) ? auf dem Programm. Samstags sind die historischen Renner auf WP 8 (Bosenberg) und WP 9 (Peterberg) zu sehen. Der abschließende Sonntag bietet die Show der Ex-WM Renner auf den WPs 17 (Schönes Moselland), 18 (Moselwein) und 19 (St. Wendeler Land). Highlights am Freitag und Samstag sind außerdem die Starts auf der Super Special Stage in St.Wendel. Jeweils nach diesen kurzen Tagesetappen sind die Fahrzeuge der IG Works Rally Cars in einem eigenen Bereich im Service Park am Bostalsee direkt aus der Nähe zu bestaunen.

 

Hinter der historischen Rallye-IG steht ein Kreis echter Rallye-Insider. Etwa der Initiator Reinhard Klein, als bekannter Fotograf in der Rallye-Weltmeisterschaft ein langjähriger Begleiter der höchsten Rallye-Klasse. Würde er bei der ADAC Rallye Deutschland nicht seinem Broterwerb nachgehen, säße er unter Garantie selbst hinter dem Steuer ? als Besitzer eines MG Metro 6R4 ist er normalerweise selbst aktiver Teilnehmer an den Demonstrationsfahrten. Denn nicht der sportliche Ehrgeiz ist Antrieb der Besitzer der historisch wertvollen Rallye-Fahrzeuge, sondern die Präsentation vor den Fans.

 

Dass dabei manch einer doch den zahlreichen Pferdchen seines Autos auf den abgesperrten Strecken der Wertungsprüfungen ab und an einmal freien Lauf gewährt, ist nur zu verständlich und geschieht zudem sehr zur Freude der Fans an den Prüfungen. Denn im Vergleich mit den aktuellen Top-Fahrzeugen der Rallye-Szene haben die Oldies neben den optischen Reizen meist noch ein akustisches Highlight zu bieten: Im Rallye-Tempo aufgedreht wird der Bestzeiten- Trip von Stratos und Co von infernalischem Sound begleitet.

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