Rallye News

Hochspannung in Deutschland

Der Gesamtsieg von Marcus Grönholm bei der Finnland-Rallye am letzten Wochenende ist als klare Spannungssteigerung für die Rallye Deutschland zu werten.

<strong>Spannung:</strong> Wer wird in Deutschland die Haube vorn haben?

Grönholm's Teamchef Corrado Provera ordnet diesen ersten Erfolg des relativ neuen Peugeot 307 WRC nämlich als Durchbruch ein und hat prompt die Jagd auf den Favoriten Sébastien Loeb im Citroën Xsara WRC frei gegeben.

 

Trotz eines zwischenzeitlichen Getriebedefekts verzauberte Magic Marcus Grönholm beim finnischen Schotter-Grand-Prix Konkurrenten sowie Fans gleichermaßen und eroberte souverän seinen mittlerweile vierten Heimsieg. Provera glaubt nun fest an noch mehr 307-Triumphe in 2004 und gab die Team-Parole aus: "Den Markentitel 2004 können wir nicht mehr holen, aber wir können Marcus erneut zum Weltmeister machen - und dafür kämpfen wir jetzt mit aller Energie." Der schlaksige Finne fühlte sich geehrt und für die deutsche WM-Runde besonders angespornt: "In Deutschland fahre ich endlich mit dem neuen Fünfgang-Getriebe, und das gibt mir gute Chancen, Loeb zu schlagen."

 

Grönholm verbesserte sich mit seinem Finnland-Erfolg zwar in der Fahrerwertung und rangiert nun mit 42 WM-Punkten hinter Citroën-Chauffeur Loeb (Frankreich/66) sowie Subaru-Star Petter Solberg (Norwegen/44) und gemeinsam mit dem Ford-Fahrer Markko Märtin (Estland/42) auf dem dritten Tabellenrang. Doch die immerhin 24 Punkte Vorsprung von Loeb bedeuten auch, dass Grönholm bei seiner Verfolgungsjagd mindestens zwei Siege und einen fünften Platz erobern müsste, um Loeb überhaupt erstmal einzuholen. Gleichzeitig dürfte Loeb bei drei von noch sieben ausstehenden WM-Läufen keine Punkte gutmachen. Aber Grönholm lässt sich nicht entmutigen und fühlt sich keineswegs als Jäger der verlorenen Saison: "Rund 17 Monate lang habe ich viel Pech gehabt. Finnland war der Durchbruch - und der Defektteufel kann durchaus auch mal zu anderen Teams springen..."

 

Sébastien Loeb, Deutschland-Sieger von 2002 und 2003, fürchtet die zu erwartenden Attacken in den Mosel-Weinbergen, in Baumholder und im Saarland zwar nicht sonderlich, aber der Elsässer bleibt vorsichtig: "Natürlich will ich zum dritten Mal in Deutschland siegen, doch das wird diesmal sehr, sehr schwierig werden. Nicht nur Grönholm, sondern auch besonders Solberg und Märtin - die allesamt mit stark verbesserten Fahrzeugen antreten - wollen mir mit aller Macht meine Siegesserie vermasseln." Wie viele andere Stars hofft auch Loeb auf trockenes Wetter, denn bei Regen droht der deutsche WM-Lauf zur tückischen Rutschpartie zu mutieren. Diese Negativ-Erfahrung sitzt übrigens nicht nur Loeb, sondern auch dem Belgier Francois Duval (Ford) bedrohlich im Hinterkopf, denn beide zerstörten ihre WRC an regnerischen Juli-Testtagen an den berühmt-berüchtigten Hinkelsteinen in Baumholder.

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