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Heißer Kampf um Punkte

Sie ist heiß, staubig und nicht nur für die Fahrer, sondern auch für die World Rally Cars eine extreme Herausforderung: die Rallye Zypern.

[b]Heiß, staubig und extrem:[/b] Die Rallye Zypern

Heißer Kampf um Punkte-Platzierungen: Die Rallye Zypern wird für die Teams eine Schweiß treibende Angelegenheit ? der siebte Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft wartet mit extremen Temperaturen auf, die das Niveau der Rallye Griechenland nochmals übertreffen könnten. Bereits im Vorjahr stellte die Schotter-Veranstaltung auf der drittgrößten Insel des Mittelmeers die Kondition der Fahrer, Beifahrer und Mechaniker mit sommerlicher Hitze auf die Probe ? im April.

 

In dieser Saison ist Schlimmeres zu erwarten: Die Zypern-Rallye rückte auf einen Termin Mitte Juni. Cockpit-Temperaturen von 70 Grad Celsius und mehr werden schnell zu einer großen körperlichen Belastung, zumal manche Wertungsprüfungen wie zum Beispiel die WP2 ?Lagoudera ? Spilia? ? die für die erste Etappe am Freitag gleich zwei Mal auf dem Programm steht ? fast 40 Kilometer lang sind.

 

"Die Prüfungen der Rallye Zypern sind teilweise so hart wie jene der ,Akropolis' in Griechenland", erläutert Hyundai-Werkspilot Armin Schwarz. "Den Unterschied aber machen viele tiefe Wellen im Belag aus, auf denen die Stoßdämpfer unseres Accent WRC3 stark gefordert sind und entsprechend heiß werden" Und noch eine Eigenart bestimmt den Charakter des kommenden WM-Laufs: Es geht so gut wie nie geradeaus. "Die ,Zypern' hat die Korsika-Rallye als kurvenreichster Lauf des Jahres längst abgelöst", bestätigt der Franke. "Die unzähligen Biegungen haben es dabei in sich: Anstatt sich am Kurven-Ende etwas zu öffnen, bleiben die Ecken zumeist eng. Oft genug steht dazu auch noch ein Baum am Ausgang, oder ein Fels liegt tückisch auf der Ideallinie."

 

Während die Piloten Acht geben müssen, sich bei der Schwerstarbeit am Lenkrad keine Blasen zu holen, kämpfen die Techniker und Ingenieure der Teams mit anderen Schwierigkeiten: Sie müssen trotz der extrem engen Streckenführungen und den geringen Durchschnittsgeschwindigkeiten ein Überhitzen der äußerst anspruchsvollen Technik der Accent WRC3-World Rally Cars verhindern. "Auf diesen verwinkelten und langsamen Prüfungen kann es passieren, dass der normale Luftstrom zur Kühlung nicht mehr ausreicht und wir uns andere Lösungen überlegen müssen", beschreibt Sven Smeets, der Copilot von Freddy Loix, die Problematik. "Die Zweiliter-Turbos büßen angesichts der hohen Temperaturen ohnehin etwas Leistung ein. Geeignete Optimierungen der Kennfelder des elektronischen Motormanagements helfen, die Wärme-Entwicklung in den Vierzylindern zu reduzieren. Zahmere Einstellungen des ,Anti-Lag-Systems' ? das den Ladedruck auch bei Gangwechseln aufrecht erhält ? erzielen den gleichen Zweck."

 

Einige Prüfungen der diesjährigen Rallye Zypern sind komplett neu. "Auf Terrain, das für alle Fahrer unbekannt ist, haben wir uns bislang stets sehr gut schlagen", analysiert Smeets. "Doch ehrlich gesagt: Diese Veranstaltung findet erst zum vierten Mal als WM-Lauf statt, da besitzt niemand einen großen Vorteil aufgrund besserer Strecken-Kenntnis." Dafür könnte sich die Charakteristik mancher Strecken aufgrund der Terminverlegung ändern, glaubt der 31-jährige Copilot: "Die zahlreichen Fluss-Furten dürften angesichts des trockenen Klimas im Juni kaum Wasser führen", so der Belgier. "Dies erhöht die Gefahr, bei der Ein- und Ausfahrt das Fahrwerk zu beschädigen."

 

Auf Zypern warten insgesamt 18 Wertungsprüfungen mit einer Gesamtlänge von 341,05 Kilometern auf die drei Werkspiloten von Hyundai. Die Gesamtdistanz der Rallye beträgt 1184,53 Kilometer. Stehen am ersten Tag lediglich zwei verschiedene WP auf dem Programm, die jeweils zwei Mal befahren werden, so geht es am Rallye-Samstag richtig rund: Acht WP mit einer Gesamtlänge von 158,35 Kilometer stellen Mensch und Material auf eine harte Probe. Die dritte Etappe am Sonntag wird mit sechs Wertungsprüfungen (82,66 km) die Entscheidung bringen, bevor die Teams die Start- und Zielrampe in der Küstenstadt Limassol hochfahren dürfen.

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