Rallye Portugal

Ford-Finnen gehen es locker an

Mikko Hirvonen will die Gedanken an den WM-Kampf ausblenden und Teamkollege Jari-Matti Latvala nicht mehr an den Unfall 2009 denken.

<strong>WILL COOLER WERDEN:</strong> Mikko Hirvonen ging die letzten Rallyes zu verkrampft an

Die Rallye Portugal zog 2006 von der Atlantikküste an die Algarve um, als Start- und Zielort dient seither die Touristen-Metropole Faro. Hinzu kommt, dass die diesjährige Ausgabe um gut zwei Monate in den Sommer verlegt wurde.

 

„Wir rechnen mit sehr heißen und trockenen Rahmenbedingungen. Dies könnte speziell unsere Rallyepneus vor eine harte Probe stellen“, erläutert Nummer-1-Pilot Mikko Hirvonen im Hinblick auf die mittelschnellen Schotterprüfungen im bergigen Hinterland, auf denen sich immer wieder verdeckte Kurven über Kuppen mit langsameren, sehr technischen Abschnitten abwechseln. „Die Strecken zeichnen sich durch einen harten Untergrund aus, den beim ersten Durchgang noch eine lose Stein- und Staubschicht abdeckt, der aber spätestens für die zweite Passage für guten Grip und hohen Reifenverschleiß sorgen wird. Der Schlüssel zum Erfolg liegt damit einmal mehr im richtigen Umgang mit den Schotterpneus, aber auch in einem präzisen Aufschrieb und einer sauberen Linie.“

 

Der 29-jährige Finne geht zum dritten Mal in Portugal an den Start, im vergangenen Jahr erreichte er bei dieser Veranstaltung den zweiten Rang. Sein enttäuschendes Abschneiden in Neuseeland, wo er nur Platz vier belegte, hat Hirvonen inzwischen analysiert: „Ich wollte zuviel und habe zu hart attackiert, dadurch sind mir immer wieder Fehler unterlaufen“, zeigt sich der amtierende Vize-Weltmeister selbstkritisch. „In Portugal werde ich einfach wieder meinem natürlichen Speed vertrauen, ohne an WM-Punkte zu denken.“

 

Voller Selbstbewusstsein blickt Jari-Matti Latvala der Rallye Portugal entgegen, dem letzten WM-Lauf vor der Sommerpause. „Trotz meines Siegs in Neuseeland hat sich an meiner Rolle als Nummer-2-Pilot innerhalb des Teams nichts geändert“, betont der 25- Jährige und betont, dass er mit dieser Aufgabenverteilung gut leben kann: „Dank dieser klaren Positionierung habe ich meine Herangehens- und Fahrweise weiterentwickelt. Sie ermöglicht mir ein tieferes Verständnis dafür, dass im Kampf um den Titel nicht nur der absolute Speed zählt, sondern auch konstante Zielankünfte wichtig sind. Es funktioniert, auch wenn ich noch nicht zu 100 Prozent dort angelangt bin, wo ich hin möchte. Ich habe noch immer Potenzial, um mich weiter zu entwickeln.“

 

Im Vorjahr hatte Latvala mit einem spektakulären Abflug – er und Beifahrer Miikka Anttila rollten mit ihrem Ford Focus RS WRC einen 150 Meter tiefen Hang hinab – noch für die Schrecksekunde der gesamten Saison gesorgt, blieben dank der erstklassigen Sicherheitseinrichtungen ihres Ford aber unverletzt. Fast 800.000 Mal wurden die Videos dieses haarsträubenden Zwischenfalls seither auf dem Online-Portal YouTube abgerufen. „Die Prüfung, in der wir den Unfall hatten, steht auch Ende Mai wieder auf dem Programm. Das ist für mich kein Problem“, betont der junge Finne und fügt lachend hinzu: „Aber vielleicht sollten wir unseren Aufschrieb für diese Passage nochmal überdenken und während des Trainings an dieser Stelle mal kurz anhalten, um uns die Sache von oben anzugucken. Ansonsten ist dies für mich eine WP wie jede andere.“

 

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