Rallye Sardinien

Ford-Duo: Hätte, wäre, wenn...

In einem sind sich Jari-Matti Latvala und Petter Solberg einig: Sie wären in der Lage gewesen, die Rallye Sardinien zu gewinnen. Doch es kam anders. Mal wieder. Vor allem für Solberg könnte sich der enttäuschende Auftritt beim vorletzten Saisonlauf negativ auswirken.

<strong>ENTTÄUSCHUNG:</strong> Bereits am Freitag hatten sich die Ford-Werksfahrer um ihre Siegchancen gebracht

Der Sieg auf der abschliessenden Power-Stage kann man mit gutem Willen als versöhnliches Ende bezeichnen, aber jeder im Ford-Werksteam weiß: Der Auftritt auf Sardinien war zum Vergessen.

 

Für Latvala und Solberg zerplatzte der Traum vom Sieg bei der Rallye Italien bereits auf der zweiten Etappe. Der 27-jährige Finne musste seinen Fiesta WRC auf WP 4 nach der Kollision mit einem Pfosten abstellen, sein zehn Jahre älterer Kollege rutschte auf der WP 7 gegen einen Stein und konnte die Fahrt ebenfalls nicht fortsetzen. Beide nahmen die Rallye am Samstagmorgen dank des Rally2-Reglements wieder auf, konnten angesichts der massiven Zeitstrafen von fünf Minuten pro ausgelassener Wertungsprüfung aber nicht mehr in den Kampf um die Spitze eingreifen. Während sich der Norweger noch bis auf Rang neun vorarbeitete, musste sich Latvala mit Platz zwölf begnügen.

 

„Nach dem Ausfall am Freitag konnte ich nur noch an eines denken: den Sieg auf der ,Power-Stage‘“, so der Norweger, der einen anfänglichen Rückstand auf Latvala im Schlussdrittel der letzten Prüfung noch in einen Vorsprung verwandeln konnte. „Umso glücklicher bin ich, durch die Bestzeit und die damit verbundenen drei Bonuspunkte doch noch etwas Zählbares von diesem Wochenende mitnehmen zu können. Wir hätten diese Rallye gewinnen können, wäre mir am Freitag nicht ein Fehler unterlaufen – eine große Enttäuschung für mich und das ganze Team. Wir müssen das jetzt schnell vergessen und uns voll auf das Finale in Spanien konzentrieren.“

 

Auch Latvala will jetzt nur noch auf seine letzte Rallye am Steuer des Fiesta WRC schauen. „Es war gut, dass ich mein Selbstbewusstsein – das durch meinen Abflug am Freitag einen Knacks bekommen hatte – in den vergangenen beiden Tagen wieder zurück- gewinnen konnte. Das ist für das Finale in Katalonien wichtig. Die Sardinien-Rallye Italien zählt eigentlich zu meinen Favoriten, ich hatte alle Mittel in der Hand, um hier zu gewinnen, doch es ging leider schief.“

 

„Dank der Plätze eins und zwei auf der ,Power-Stage‘ haben Petter Solberg und Jari-Matti Latvala noch ein kleines Erfolgserlebnis mitgenommen, das ihnen bei der Vorbereitung auf die Rallye Spanien helfen wird. Beide hatten in Italien keinen guten Lauf“, so Teamchef Malcolm Wilson, der sich zur Zeit Gedanken um die Besetzung für 2013 macht. Während Solberg erneut nicht liefern kann, lobt Wilson andere Fahrer ausdrücklich: „Unsere jungen Nachwuchsfahrer Evgeny Novikov und Ott Tänak haben ihre Chance genutzt und ihre Visitenkarte abgegeben.“

 

Auch Gerard Quinn, der Leitende Manager von Ford Racing, betonte: „Am Ende einer Woche, in der Ford seinen Ausstieg aus der Rallye-Weltmeisterschaft verkündet hat, waren die Abflüge von Jari-Matti Latvala und Petter Solberg eine große Enttäuschung. Die Bedingungen hier auf Sardinien stellten sich als sehr heimtückisch heraus, viele Topfahrer haben dies erleben müssen. Positiv ist, dass wir trotzdem zwei Fiesta WRC in den Händen von Evgeny Novikov und Ott Tänak auf dem Podium bejubeln durften – da haben zwei künftige Rallye-Stars ein Beispiel ihres Könnens abgeliefert.“

 

Das Finale der Rallye-Weltmeisterschaft findet vom 8. bis zum 11. November rund um Salou in Spanien statt. Die Veranstaltung bietet einen Mix aus Schotterstrecken auf der ersten Etappe, die anschließend von reinen Asphaltstraßen abgelöst werden.

 

GALERIE: Die Bilder der Rallye Sardinien 2012 ...

 

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