WM 2013

Ford bald ohne Latvala?

Am Ende des Jahres läuft der Vertrag von Ford-Werksfahrer Jari-Matti Latvala mit M-Sport aus. Hinter den Kulissen wird bereits heftig über einen Wechsel zu Volkswagen gerüchtelt, doch noch will sich der Finne nicht festlegen. Vieles hängt auch von der Zukunft von Ford im Rallyesport ab.

<strong>ES WIRD VERHANDELT:</strong> Jari-Matti Latvala will sich bis zum Sommer entscheiden, in welchem Team er 2013 fährt

Wie wichtig Jari-Matti Latvala für Ford ist, hat Teamchef Malcolm Wilson erst kürzlich unterstrichen. Trotz der Pleiteserie in Portugal erklärte er umgehend, dass am Nummer-1-Status des Finnen nicht gerüttelt wird, "denn nur er ist in der Lage, Sebastien Loeb zu besiegen."

 

Am Ende des Jahres läuft jedoch der gemeinsame Vertrag aus und beide Seiten werden sich neu aufstellen. Auch weil unklar ist, ob Ford nach 2014 weiterhin in der Rallye-Weltmeisterschaft bleibt. Anders als in den Jahren zuvor hat die Europa-Dependance des drittgrößten Autoherstellers das turnusmäßige Bekenntnis zur Rallye-WM lange nach Saisonschluss erst kurz vor Weihnachten 2011 und zudem nur für zwei statt den von Ford gewohnten drei Jahren gegeben.

 

Latvalas Berater sind schon länger bei Volkswagen vorstellig geworden. Schließlich ging es im Sommer 2011 auch darum, für den vom gleichen Management betreuten Mikko Hirvonen ein Cockpit zu finden. Nachdem Hirvonen einen Zweijahresvertrag mit Citroen unterschrieb, konzentrierten sich die Verhandlungen scheinbar um einen möglichen Wechsel von Latvala.  "Aber es ist noch zu früh, um über irgendetwas zu sprechen", wehrt Manager Timo Joukhi Nachfragen ab. "Wir sprechend mit Ford und Volkswagen und ich hoffe, dass wir im Sommer alles unter Dach und Fach haben."

 

Auch bei Volkswagen hält man sich in Sachen Latvala auffällig unauffällig. "Es freut mich, wenn er an unserem zweiten Cockpit interessiert sein sollte", sagt der zum 1. Mai scheidende VW-Sportchef Kris Nissen.

 

Für Wilson wäre ein Weggang von Latvala kein Beinbruch. Längst hat der M-Sport-Boss junge Fahrer ausgebildet, die in die Fußstapfen des Finnen treten könnten. Mads Östberg gewann in Portugal seinen ersten WM-Lauf, hinter ihm landete Evgeny Novikov erstmals auf dem Podium. Auch Ott Tänak durchläuft gerade die Aufbauphase, dem Esten wird ein ähnlicher Speed wie Latvala nachgesagt.

 

"Wir würden Jari-Matti gerne im Team halten", sagte Wilson, "schließlich haben wir schon einiges miteinander erlebt und sind von seinem Speed überzeugt." Ob das auch die Ford-Oberen sind, wird sich zeigen. Denn neben den "Noch"-Privatiers Östberg, Novikov und dem per Fünfjahres-Vereinbarung an M-Sport gebundenen Tänak könnte auch ein günstiger Dani Sordo eine interessante Alternative sein. Auch der Prodrive-Pilot liebäugelt mit einem Wechsel: "Sieben WM-Läufe, nur bedingt Weiterentwicklungen und kaum Tests sind nicht das, was ich mir für die Saison 2012 vorgestellt habe."   

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