WRC 2020

Fahrer-Karussell: Sorgt Tänak für die große Überraschung?

Noch immer haben sich Ott Tänak und Toyota nicht über eine Vertragsverlängerung geeinigt. Ob beide Seiten künftig überhaupt noch zusammenarbeiten, ist plötzlich wieder offen, denn ein anderes Team hat scheinbar die besseren Karten.

Schon in Spanien kann sich Ott Tänak zum neuen Rallye-Weltmeister krönen. Er muss seinen Vorsprung in der Gesamtwertung von derzeit 28 auf 30 Punkte erhöhen. Lediglich Sebastien Ogier hätte ihm noch gefährlich werden können, doch der Franzose liegt nach einem Hydraulikleck bereits aussichtslos zurück. Thierry Neuville, der nur noch mathematische Chancen auf den Titel hat, ist als Zweiter in kontrollierter Sichtweite von Tänak.

Nicht nur der Ausgang der Rallye Spanien beschäftigt den Esten. Noch immer hat er seinen Vertrag mit Toyota nicht verlängert. Offiziell heißt es, man sei sich weitgehend einig, es gehe nur noch um Details. Ein Thema ist dabei natürlich das Gehalt. Im Gegensatz zur Konkurrenz soll Tänak ein stark erfolgsabhängiges Gehalt beziehen, sprich: Je mehr Siege und Punkte, umso mehr Euros landen auf seinem Konto. Angesichts der technischen Anfälligkeit seines Yaris WRC drängt die Tänak-Seite auf eine Anpassung dieser Vereinbarung.

Wenn Zwei sich streiten, freut sich meistens ein Dritter und das könnte in diesem Fall Hyundai-Teamchef Andrea Adamo sein. Am Rande des spanischen WM-Laufs kam plötzlich das Gerücht auf, dass Tänak im nächsten Jahr die Fahnen wechselt und künftig im i20 WRC sitzen wird. Sollte Adamo drei Fahrzeuge einsetzen, hätte er mit Neuville und Tänak zwei der drei schnellsten Fahrer im Einsatz, im dritten Auto wechseln sich Dani Sordo und Sebastien Loeb ab. Leittragender dieser Entwicklung: Andreas Mikkelsen, der in Spanien bereits auf der Ersatzbank sitzt.

Adamo spricht nicht mit Tänak, aber ...

„Ich spreche aktuell nicht mit Ott Tänak“, entgegnete Adamo auf Nachfrage und fügte verschmitzt hinzu: „Ich spreche mit Markko Märtin.“ – Der Ex-Werksfahrer gilt als Manager von Tänak und zieht im Hintergrund die Fäden. Adamo zeigt sich betont selbstbewusst: „So lange Ott nicht irgendwo unterschrieben hat, ist alles möglich.“

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