Rallye Frankreich

Der Trick mit dem Nummernschild

Die französische Sporthoheit FFSA hat bei der WM-Rallye im eigenen Land ein Zulassungssystem ersonnen, dass es den Teilnehmern mit World Rally Cars erlaubt, ihre jeweilige Startnummer auch als Autokennzeichen zu führen.

<strong>LEUCHTENDES BEISPIEL:</strong> Während der Rallye Frankreich genügt den WRC ihre Startnummer als Kennzeichen

Den Zuschauern an der Strecke und auch deutschen Rallye-Fans, die die Rallye Frankreich im Live-Stream verfolgen, werden sich schon gewundert haben: Statt Kennzeichen tragen die Rallye-Autos nur Aufkleber mit ihrer jeweiligen Startnummer. Der Hintergrund hierzu: Bis dato agierten die Teams mit ihren World Rally Cars in einer rechtlichen Grauzone, da die WRC nur bedingt die Zulassungsbestimmungen in Frankreich erfüllten – beispielsweise deswegen, weil sie keinen regulären „Fahrzeugbrief“ besitzen. Da sie sich aber zwischen den Wertungsprüfungen im normalen Straßenverkehr bewegen, ist dies eigentlich obligatorisch.

 

Die Teams behalfen sich oftmals mit einem Trick, der bislang toleriert wurde: Sie nutzten die Zulassung eines vergleichbaren Serienmodells. Damit aber existierten während der Rallye zwei Fahrzeuge mit einer Zulassung – eine eher grenzwertige Lösung.

 

Gemeinsam mit dem französischen Verkehrsministerium hat der FFSA nun einen praxisgerechten und wesentlich einfacheren Weg gefunden, dieses Problem zu meistern – die World Rally Cars benötigen für den Zeitraum der Veranstaltung gar keine Zulassung mehr, die Startnummer genügt, um zum Beispiel bei Verkehrsverstößen den Schuldigen ermitteln zu können. Der Polizei liegt eine entsprechende Starterliste mit allen notwendigen Angaben vor – vom Namen des Fahrers und Beifahrers über die Versicherungsnummern bis hin zur Adresse des einsetzenden Teams.

 

In Deutschland übrigens ist diese Lösung nicht denkbar. Hier setzen die Hersteller auf eine Sonderzulassung als Erprobungsfahrzeug nach Paragraph 19 Absatz 6.

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