Petter Solberg beendet Karriere

Petter Solberg beendet seine Karriere im Motorsport. Der Abschied fällt großzügig und doch nicht endgültig aus.

Petter Solberg beendet seine Karriere im Motorsport. Der Abschied fällt großzügig und doch nicht endgültig aus.

Wir schreiben das Jahr 1992 und Petter Solberg feiert sein Debüt in der norwegischen Autocross Meisterschaft. Auch beim Bergrennen probiert sich der immer fröhliche Blondschopf aus, doch der Drang zum Rallyesport ist größer. Also leiht sich der gelernte Maler bei einer Bank schlappe 120.000 Euro und investiert die Summe in eine Toyota Celica Turbo 4WD, mit der er 1997 seine erste Rallye bestreiten wird.

Bereits ein Jahr später feiert er seinen ersten nationalen Titel und während der Rallye Schweden sein Debüt auf der großen WM-Bühne. An diesen Auftritt erinnert sich der ehemalige norwegische Meister im Discotanz noch ganz besonders: „Unter diesen ganzen etablierten Fahrern zu sein, das war großartig. Ich kam zur Pressekonferenz und traf dort Didier Auriol, der sich mehr als fünf Minuten mit mir unterhielt. Das war einfach toll! Zu Hause hängt immer noch ein Bild von mir, meinem Bruder und Didier, was wir bei dieser Gelegenheit geschossen haben.“ 

Der Sprung in die Weltspitze gelingt Solberg 1999. Er darf sechs WM-Läufe im Ford-Team bestreiten. „Ehrlich gesagt fühlt es sich wie gestern an, als mich Colin (McRae) anmotzte, weil ich zu viele Fragen stellte, nachdem ich sein Teamkollege bei Ford wurde“, blickt Petter auf diesen Moment zurück. Es wird nur ein kurzes Gastspiel bei Ford – sehr zum Ärger von Malcolm Wilson, der den jungen Solberg zum Aufstieg verhalf und nun mitansehen muss, wie dieser noch während der Saison 2000 zum Subaru-Team wechselt. Dort feiert der Norweger 2003 seinen ersten Weltmeister-Titel und steigt endgültig zum Superstar der Szene auf. Doch es folgen schwere Zeiten.    

Kampf als Privatfahrer

Im Zuge der Weltwirtschaftskrise zieht sich Subaru 2008 aus der Weltmeisterschaft zurück und Solberg ist gezwungen, sein eigenes Team aufzubauen. Er startet zunächst mit einem Citroën Xsara und wechselt später auf den C4 WRC bzw. DS3 WRC. Das Geld und die Unterstützung seitens Citroëns sind knapp, mehrfach will Solberg das Handtuch schmeißen.  In der Saison 2012 schließt sich für ihn jedoch ein Kreis, als er noch einmal für Ford in der Weltmeisterschaft antritt, doch mehr als fünf Podiumsplatzierungen sind nicht mehr drin. Solberg zieht sich aus der Rallye-WM zurück und schlägt in der neugegründeten Rallycross-Weltmeisterschaft (WRX) ein neues und sehr erfolgreiches Kapitel auf.  

Wechsel zum Rallycross

Zwei Weltmeistertitel kann er 2014 und 2015 einfahren, zwei Jahre später erfüllt sich ein weiterer Wunsch, als aus seiner privaten Mannschaft mit Unterstützung von Volkswagen ein Herstellerteam wird. Doch dort gibt Johan Kristoffersson das Tempo vor, Solberg spielt nur noch die zweite Geige. Als sich Volkswagen Ende 2018 aus der WRX zurückzieht, reift bei Petter die Erkenntnis, dass sich auch seine Karriere im Motorsport dem Ende zuneigt. 

„Aber den Helm werde ich nicht komplett an den Nagel hängen”, grinst der 44-jährige und kündigt neben einer Abschiedstournee auch vereinzelte Auftritte an. „Ich will die coolen Sachen machen. Vielleicht die Rallye Schweden oder ein paar PR-Sachen. Mein Fahrstil gefällt den Leuten und das will ich weitermachen. Nur in Sachen Meisterschaft ist es nun endgültig vorbei.“ 

Zu Solbergs Abschiedstour gehören bislang: Goodwood Festival of Speed (4.-7. Juli), Norges Råeste Bakkeløp (17.-20. Juli) und Gymkhana GRiD (7. September).