Sebastien Ogier gewinnt Rallye Mexiko

Mit voller Punktzahl reist Sebastien Ogier aus Mexiko ab. Der Weltmeister gewann den dritten WM-Lauf des Jahres und setzte auch die Bestzeit auf der Power-Stage. Ott Tänak wird Zweiter und Elfyn Evans erreicht zum ersten Mal in dieser Saison das Podium.

Mit voller Punktzahl reist Sebastien Ogier aus Mexiko ab. Der Weltmeister gewann den dritten WM-Lauf des Jahres und setzte auch die Bestzeit auf der Power-Stage. Ott Tänak wird Zweiter und Elfyn Evans erreicht zum ersten Mal in dieser Saison das Podium.

Sebastien Ogier und Julien Ingrassia haben zum fünften Mal die Rallye Mexiko gewonnen. Das Weltmeister-Duo entschied auch knapp die abschließende Power-Stage für sich, was fünf Extra-Punkte für den Titelkampf bedeutete. Ott Tänak (65 Punkte) verteidigt mit dem zweiten Platz seine WM-Führung, aber Ogier (61 Punkte) kann wieder zum ihm aufschließen. Erleichterung herrschte bei M-Sport: Elfyn Evans feiert als Dritter die erste Podiumsplatzierung des Jahres.

Wie fast alle Top-Piloten hatte auch Ogier kein problemfreies Wochenende. Als Dritter in die Rallye gestartet, konnte er am Freitag die Führung übernehmen, doch am Samstagmorgen warf ihn ein Reifenschaden zunächst zurück. Weil sich Kris Meeke kurze Zeit später ebenfalls einen Platten einfing, war die alte Hackordnung schnell wiederhergestellt und von nun an gab Ogier den Spitzenplatz nicht mehr her. 

Auf der Power-Stage ritt er noch einmal volle Attacke und konnte Meeke um eine Zehntelsekunde besiegen. Die erste Frage im Ziel galt jedoch dessen Teamkollegen Tänak, schließlich hat Ogier den Esten als wichtigsten Titelkonkurrenten ausgemacht. Fast schon erleichtert nahm er zur Kenntnis, dass Tänak auf der Power-Stage lediglich die sechstbeste Zeit gefahren war und keine zusätzlichen Punkte einheimsen konnte. „Auf Korsika wollen wir genau das gleiche Ergebnis wiederholen: Den Sieg und maximal Punktzahl“, jubelte Ogier mit Blick auf den kommenden WM-Lauf, der bereits in drei Wochen stattfindet.

Ott Tänak musste am Freitag die Straße kehren und büßte dadurch viel Zeit ein

Evans wusste unterdessen nicht so recht, ob er sich über das Podium freuen sollte. „Das ist gut, aber ein wenig enttäuscht bin ich schon“, gab der Waliser zu. „Der zweite Platz wäre möglich gewesen, aber heute Morgen haben wir bei der Reifenwahl daneben gelangt. Verloren haben wir aber schon gestern auf der langen Prüfung, als wir Ott zu nah an uns rankommen haben lassen.“

Neuville betreibt Schadensbegrenzung

Die Titelhoffnungen von Thierry Neuville bekamen in Mexiko einen kleinen Dämpfer. Bereits am Freitag war der Hyundai-Pilot durch einen Reifenschaden aussichtslos zurückgeworfen worden, im weiteren Verlauf des Wochenendes musste er zudem erkennen, dass sein Auto in den Höhenlagen rund um Leon nicht konkurrenzfähig war. Mit dem vierten Platz betrieb Neuville Schadensbegrenzung, fiel aber in der Gesamtwertung mit 55 Zählern auf Rang drei zurück.

Wenig erfolgreich waren auch seine Hyundai-Teamkollegen. Dani Sordo wurde wegen einer defekten Lichtmaschine unter Wert geschlagen und Andreas Mikkelsen hatte am ersten Tag die Aufhängung an einem dicken Steinbrocken beschädigt. Anschließend musste der Norweger zwei Tage lang die Strecke als erster Fahrer kehren und stöhnte: „Es gibt keine Rallye, wo dich diese Rolle härter trifft.“ Es passte ins Bild, dass er am Samstagnachmittag plötzlich vor einem geschlossenen Viehgatter stand, das Beifahrer Anders Jaeger erst öffnen musste, ehe Mikkelsen weiterfahren konnte. „Die Nummer rundet unseren Auftritt ab“, meinte Mikkelsen mit einer gehörigen Prise Sarkasmus.

Latvala ohne Stoßstange

Für Aufregung sorgte im Finale Jari-Matti Latvala. Er war am Freitagabend wegen eines Elektronikdefekts weit zurückgefallen, hatte sich aber Stück für Stück wieder nach vorne gekämpft und lieferte sich mit Top-Talent Bulacia Wilkinson (Skoda Fabia R5) einen letzten Schlagabtausch um den siebten Rang. Als Wilkinson mit einem Reifenschaden vorne rechts das Ziel erreichte, schien Latvala durch zu sein, doch dann erschien der Finne an der Startlinie ohne vordere Stoßstange.

Auf der vorletzten Prüfung hatte er sich den Unterbodenschutz beschädigt, dieser hatte den Kühler beschädigt und Latvala musste per Notreparatur sein Auto am Leben erhalten. „Ich bin 500 Meter gelaufen, um Wasser aus einem Fluss zu holen“, erklärte Latvala, der seinen Toyota über die letzten Kilometer brachte. Doch der Einsatz wurde nicht belohnt. Latvala war zu spät zum Start erschienen und fing sich noch eine weitere Zeitstrafe ein. Wilkinson blieb mit 4,4 Sekunden Vorsprung Siebter. Vor ihm erreichte Lokalmatador Benito Guerra unter großem Jubel der Fans auf dem sechsten Platz das Ziel. „Mein erster Sieg in der WRC2 und ich bin so froh, dass er hier in Mexiko geklappt hat“, war Guerra sichtlich bewegt.

Kritik an Mexiko

Für den Veranstalter war der Erfolg von Guerra ein wenig Balsam auf die Seelen. Seit Donnerstagabend stand man im Kreuzfeuer der Kritik, weil eine künstliche Sprungkuppe im Ziel der ersten Prüfung für reichlich Zündstoff gesorgt hatte. Auch die Sache mit Mikkelsen und dem verschlossenen Tor rückte die Rallye in kein gutes Licht, die ansonsten erneut für die großartige Begeisterung der Bevölkerung Pluspunkte sammelte.

Ergebnis Rallye Mexiko 2019

1.Ogier / IngrassiaCitroën C3 WRC3:37:08.0
2.Tänak / JärveojaToyota Yaris WRC+0:30.2
3.Evans / MartinFord Fiesta WRC+0:39.9
4.Neuville / GilsoulHyundai i20 WRC+1:27.0
5.Meeke / MarshallToyota Yaris WRC+6:06.2
6.Guerra / ZapataŠkoda Fabia R5+15:35.5
7.Bulacia / MarcoŠkoda Fabia R5+18:51.5
8.Latvala / AnttilaToyota Yaris WRC+18:55.9
9.Sordo / Del BarrioHyundai i20 WRC+22:34.1
10.Triviño / MartíŠkoda Fabia R5+30:03.8

LINK: Alle Ergebnisse ...

WM-Stand: 1. Ott Tänak 65, 2. Sébastien Ogier 61, 3. Thierry Neuville 55, 4. Kris Meeke 35, 5. Elfyn Evans 28; Hersteller: 1. Toyota Gazoo Racing 86, 2. Citroën 78, 3. Hyundai 77, 4. M-Sport Ford 45