Sprungkuppen-Desaster - Die Reaktionen: „Lächerlich“, „Brandgefährlich“, „Schwachsinn“

Gut gedacht, aber schlecht gemacht. Die Veranstalter der Rallye Mexiko wollten den Zuschauern ein besonderes Spektakel bieten und entgingen dabei nur knapp einer Katastrophe. Die Meinungen der Fahrer bezüglich der künstlichen Sprungkuppe sind eindeutig.

  • Nach dem harten Aufschlag untersuchen Citroen-Techniker das Auto von Esapekka Lappi

Gut gedacht, aber schlecht gemacht. Die Veranstalter der Rallye Mexiko wollten den Zuschauern ein besonderes Spektakel bieten und entgingen dabei nur knapp einer Katastrophe. Die Meinungen der Fahrer bezüglich der künstlichen Sprungkuppe sind eindeutig.

Gerade noch verkündet die FIA eine neue Zusammenarbeit mit Siemens um die Sicherheit der Zuschauer zu verbessern, da bauen die Mexikaner im Ziel der Zuschauerprüfung ‚Guanajuato‘ eine Sprungschanze auf, die es in sich hat.

Esapekka Lappi erwischt es am heftigsten. Die Flugbahn seines Citroëns verläuft so ungünstig, dass der Finne hart mit der Front aufschlägt und nur mit Mühe ein Ausbrechen verhindert. Ohne die Blitzreaktion von Lappi wäre das Auto möglicherweise direkt in die Zuschauer, die sich nur knapp neben der Strecke befanden, geraten.

„Ich dachte ich habe genug gebremst und hatte ja keine Ahnung, was da plötzlich abgeht. Und wenn man dann nur noch den Asphalt vor der Haube sieht, ist das nicht lustig. Ich will gar nicht daran denken, wenn wir seitlich abgebogen wären“, schauderte es Lappi.


Der Veranstalter zog die Notbremse und brach die Prüfung vorzeitig ab, die Reaktionen der Top-Fahrer waren anschließend eindeutig. Ihre Kommentare reichten von „Lächerlich“, „ein Witz“ bis „brandgefährlich“ und „schwachsinnig“.

Seit Jahren fordern sie Standardschanzen mit einem festgelegten Winkel und einer längeren Auffahrt. „Auf der Rundstrecke gibt es für Stadtkurs genormte Standard-Curbs, aber in der Rallye-WM darf irgendeiner einfach eine Sprungkuppe hinstellen, ohne dass man weiß, ob und wie die funktioniert und schlimmer noch: Die FIA schaut einfach zu“, sagte ein Fahrer. „Keiner ist da mal mit einem richtigen Auto drübergefahren oder weiß, wie extrem die Belastung ist, wenn ein WRC auf so einer kurzen Rampe fährt und dabei womöglich reinbremst. Mit Wettbewerb und Weltmeisterschaft hat das nichts zu tun. Das ist einfach nur dumm!"