Ott Tänak gewinnt Rallye Schweden

Ott Tänak und Beifahrer Martin Järveoja liefern in Schweden eine beeindruckende Leistung ab und feiern ihren ersten Saisonsieg. Esapekka Lappi und Thierry Neuville landen auf den beiden anderen Podiumsplätzen.

  • Ott Tänak und Beifahrer Martin Järveoja gewinnen die Rallye Schweden

Ott Tänak und Beifahrer Martin Järveoja liefern in Schweden eine beeindruckende Leistung ab und feiern ihren ersten Saisonsieg. Esapekka Lappi und Thierry Neuville landen auf den beiden anderen Podiumsplätzen.

Auf der abschließenden Power-Stage ließ Ott Tänak (Toyota) alle Hemmungen fallen und zeigte der Konkurrenz eindrucksvoll, wie schnell er in Schweden hätte fahren können, wenn er sich nicht seit Samstagmittag absichtlich zurückgehalten hätte. Oft genug verspielte Tänak einen möglichen Sieg durch kleine Patzer, das sollte sich in Schweden keinesfalls wiederholen.

Man erwartete, dass Tänak auch auf der letzten Prüfung mit gebremstem Schaum zu Werke geht, doch dann packte der Este den Hammer aus und setzte eine einsame Bestzeit. „Ich hatte einen guten Rhythmus gefunden und bin ein wenig schneller gefahren, aber ohne ein Risiko einzugehen. Das war eine richtig gute Prüfung“, freute sich Tänak, der nach seinem siebten Gesamtsieg zum ersten Mal in seiner Karriere die Rallye-WM anführt. 

Deutlich spannender verlief der Kampf um die restlichen Podiumsplätze. Esapekka Lappi (Citroën) hielt dem Druck von Thierry Neuville (Hyundai) stand und brachte den zweiten Platz nach Hause. Kleines Trostpflaster für Neuville: Er sammelte vier Extra-Punkte für die zweitschnellste Zeit auf der Power Stage. „Wir konnten gegen Lappi in den schnellen Abschnitten nichts ausrichten”, erklärte Neuville. „Wir sind in den engen Passagen gut, aber wenn es schnell wird, dann fehlt etwas.” Hinter ihm landen knapp geschlagen Andreas Mikkelsen (Hyundai) und Elfyn Evans (Ford) auf den weiteren Rängen.

Loeb mit Höhen und Tiefen

Sebastien Loeb (Hyundai), der vor sechs Jahren seine letzte Rallye Schweden bestritten hatte, musste erkennen, dass er die fehlende Streckenkenntnis nicht ausgleichen konnte. „Es gab Höhen und Tiefen und ich bin froh im Ziel zu sein“, meinte Loeb, der hinter Kris Meeke (Toyota) Siebter wurde. „Wir haben gute Zeiten erreicht, aber auch weniger gute. Es gab viel zu lernen und am Ende war es nicht so schlecht.“

Pechvogel Teemu Suninen

Bei einsetzendem Tauwetter hatten sich die Bedingungen im Verlaufe des Wochenendes zusehends verschlechtert. Kaum ein Fahrer kam ohne einen Fehler durch die Prüfungen. Besonders arg traf es Teemu Suninen (Ford), der um dir Führung kämpfend zunächst im Schnee stecken blieb und wenig später gegen einen Baum knallte. Die M-Sport-Mechaniker zeigten anschließend ihr großes Können und behoben die Schäden am Überrollkäfig, damit Suninen am Sonntag noch das Ziel der Rallye erreichen konnte. „Unser Tempo hat gepasst, das stimmt mich zuversichtlich. Aber am Ende stehen wir ohne Punkte da“, ärgerte sich der Finne.

Monte-Sieger Sebastien Ogier war ohne große Hoffnungen ins Värmland gekommen. Er musste am ersten Tag die Strecke eröffnen, rutschte dabei aus und verlor die letzte Chance auf einen vorderen Platz. „Es ist jedes Jahr die gleiche Geschichte für mich bei dieser sehr schönen Rallye“, bedauerte Ogier.

Auch Marcus Grönholm hatte sich sein Kurzzeit-Comeback einfacher vorgestellt. Doch schon am Freitag fand sich der Ex-Weltmeister im tiefen Schnee abseits der Strecke wieder. Am Samstag bremsten ihn neben einer schlechten Startposition auch noch Bremsprobleme aus, mit über 40 Minuten Rückstand erreichte der mehrfache Schweden-Sieger das Ziel. Einen erneuten Start schloss Grönholm bereits aus.

WRC2-Sieg für Veiby

In der WRC2 Pro-Wertung feiert Mads Östberg (Citroën) einen ungefährdeten Sieg, zufrieden war der Norweger dennoch nicht. „Ich bin mit dem Auto überhaupt nicht glücklich und finde kein Vertrauen. Wir müssen noch sehr viel an der Abstimmung arbeiten“, erklärte Östberg. Die WRC2 gewann Ole Veiby, der im Volkswagen Polo R5 sogar auf den neunten Gesamtrang fuhr.

Bei den Junioren feierte Tom Kristensson einen Heimsieg. Julius Tannert lag auf Podiumskurs, bis auch er Opfer der tückischen Bedingungen wurde und sich am Samstag bei einem Abflug den Kühler des Ford Fiesta beschädigte. Nico Knacker musste eine ähnliche Erfahrung bereits am Freitag machen als er durch einen Ausrutscher viel Zeit verlor.

Jetzt geht es auf Schotter

Nach den eisigen Temperaturen in Schweden geht es für den dritten Rallye-WM-Lauf über den Atlantik. In der heißen Bergluft Mexikos müssen sich die Fahrer vom 7. bis 10. März zum ersten Mal in dieser Saison auf Schotter beweisen.

Ergebnis Rallye Schweden 2019

1.Tänak / JärveojaToyota Yaris WRC2:47:30.0
2.Lappi / FermCitroën C3 WRC+0:53.7
3.Neuville / GilsoulHyundai i20 WRC+0:56.7
4.Mikkelsen / JægerHyundai i20 WRC+1:05.4
5.Evans / MartinFord Fiesta WRC+1:08.2
6.Meeke / MarshallToyota Yaris WRC+1:38.8
7.Loeb / ElenaHyundai i20 WRC+1:49.7
8.Tidemand / FloeneFord Fiesta WRC+3:37.7
9.Veiby / AnderssonVolkswagen Polo R5+6:34.0
10.Tuohino / MarkkulaFord Fiesta WRC+8:21.4

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WM-Stand

Fahrer: 1. Tänak Ott 47; 2. Neuville Thierry 40; 3. Ogier Sébastien 31; 4. Meeke Kris 21; 5. Lappi Esapekka 19; 6. Loeb Sébastien 18; 7. Evans Elfyn 13; 8. Mikkelsen Andreas 12; 9. Latvala Jari-Matti 10 - Hersteller: 1. Toyota Gazoo Racing WRT 58; 2. Hyundai Shell Mobis WRT 57; 3. Citroën Total WRT 47; 4. M-Sport Ford WRT 30