Startposition, beheizte Seitenscheiben und noch mehr

Mit Tempo 200 und der Türklinke voran durch den Schneekanal: Geht es nach den M-Sport-Werksfahrern Elfyn Evans und Teemu Suninen, dann kann die Rallye Schweden am kommenden Wochenende gar nicht winterlich genug sein.

Mit Tempo 200 und der Türklinke voran durch den Schneekanal: Geht es nach den M-Sport-Werksfahrern Elfyn Evans und Teemu Suninen, dann kann die Rallye Schweden am kommenden Wochenende gar nicht winterlich genug sein.

Die erste Rallye nach Sebastien Ogier verlief für M-Sport wenig erfreulich. Elfyn Evans flog bei der ‚Monte‘ von der Strecke, Teemu Suninen steckte bereits am Donnerstagabend im Graben und Pontus Tidemand mühte sich bei seiner WRC-Premiere sichtlich mit dem Fiesta ab. 

Der enttäuschende Saisonauftakt sorgt jedoch für einen Vorteil bei der kommenden Rallye Schweden, wenn die vorausfahrende Konkurrenz die Strecken von der oberen Schneeschicht befreit haben und sich die M-Sport-Piloten über mehr Traktion freuen.

„Nach dem Saisonauftakt haben wir uns gesammelt und sind fest entschlossen, in Schweden besser abzuschneiden", erläutert M-Sport-Teamchef Richard Millener. "Wenn uns das Wetter mit viel Schnee in die Karten spielen, haben alle unsere drei Fahrer sehr gute Ausgangspositionen - dann kommt es vor allem darauf an, daraus den größtmöglichen Nutzen zu ziehen. Dass unsere Ford Fiesta WRC schnell sind, konnten wir in den Seealpen zeigen. Ich bin mir sicher, dass wir dies auch auf Schnee unter Beweis stellen.“

Millener sieht die Vorteile in seiner jungen Fahrerriege: „Elfyn Evans hat in Schweden bereits 2016 die WRC2-Kategorie gewonnen und dabei einige große Namen geschlagen. Teemu Suninen fehlt noch etwas die Erfahrung mit einem World Rally Car unter diesen Bedingungen, aber er lernt schnell und ist ganz heiß darauf zu zeigen, was er kann. Pontus Tidemand wiederum ist im Värmland aufgewachsen und kennt die Verhältnisse dort aus dem Effeff. Auch wenn wir ihn bei seinem erst zweiten Start mit dem aktuellen Fiesta WRC nicht unter Druck setzen wollen, so rechne ich trotzdem mit einigen schnellen WP-Zeiten.“

Beheizte Seitenscheiben

Vor welchen Herausforderungen die Teilnehmer angesichts der Bedingungen rund um das Rallye-Zentrum Torsby gut 100 Kilometer nördlich von Karlstad stehen, zeigt ein Blick auf die spezielle Serienausstattung der Turbo-Allradler: Sie sind wohl die einzigen Fiesta mit beheizbaren Seitenscheiben - ein Tribut an die irrwitzigen Driftwinkel, mit dem die Cracks bei verwegenen Geschwindigkeiten mit ihren Rallye-Autos durch die skandinavischen Wälder sausen.

Wenn das Anlehen schief geht

Der gezielte Kontakt mit den Schneewänden links und rechts der Strecke gehört dabei ganz bewusst zur Fahrtechnik und ist eine Kunst für sich: Wer bei diesem "Anlehnen" den falschen Winkel wählt, hat seinen Wagen ganz schnell in der weißen Pracht vergraben. Auch für diese Situation ist vorgesorgt: An Bord befinden sich ultraleichte Kohlefaser-Schaufeln sowie ein ebenfalls gewichtsoptimierter Wagenheber mit einem besonders großen Karbon-Fuß, um auch in weichem Schnee sicheren Halt zu finden.

Fiesta stark vertreten 

Der Ford Fiesta ist auch bei der Rallye Schweden das beherrschende Fahrzeugmodell: Nahezu die Hälfte - nämlich 28 - der insgesamt 62 Teilnehmer setzen für den zweiten WM-Lauf auf den Kleinwagen, der in Köln-Niehl vom Band läuft. Neben den fünf World Rally Cars gehen in der WRC 2-Kategorie sieben Exemplare des gut 280 PS starken, ebenfalls allradgetriebenen Fiesta R5 an den Start. Hinzu kommen gleich 16 Ford Fiesta mit Frontantrieb und 200 PS im R2-Trimm, die auch als Basisfahrzeug für die Junior-WM dienen.