Hybrid im WRC: Die Meinungen gehen auseinander

FIA-Präsident Jean Todt fordert ein Umdenken in der Rallye-Weltmeisterschaft und wünscht sich die Einführung eines Hybrid-Antriebs in der nächsten Generation der World Rally Cars. Die Reaktionen sind gemischt.

FIA-Präsident Jean Todt fordert ein Umdenken in der Rallye-Weltmeisterschaft und wünscht sich die Einführung eines Hybrid-Antriebs in der nächsten Generation der World Rally Cars. Die Reaktionen sind gemischt.

Motorsport als Schaufenster neuer Technologien. Diesen Ansatz wünscht sich FIA-Präsident Jean Todt und zeigt sich vor allem beim Blick auf die Rallye-Weltmeisterschaft enttäuscht. Dort hatte er schon vor einiger Zeit die Einführung eines Hybridantriebs gefordert, passiert ist in dieser Hinsicht jedoch nichts. 

Deshalb nutzte Todt den Saisonauftakt in Monte-Carlo noch einmal als Bühne, um den Regelhütern eindringlich in ihr Aufgabenheft zu diktieren, dass ab 2022 diese Antriebstechnik in der Topliga Einzug halten sollte. „Das neue Reglement werden wir schon in diesem Jahren verabschieden, dann haben alle genug Zeit, um sich darauf einzustellen“, versprach Todt.

Bei den Herstellern traf der Vorstoß des Franzosen auf gepflegte Zurückhaltung. Ausgerechnet Hybrid-Pionier Toyota hatte bislang wenig Wert auf diese Technik im World Rally Car gelegt, man nutzt das WRC-Programm vor allem aus Marketinggründen. Bei Hyundai und M-Sport steht man der Sache offener gegenüber, sieht die Lösung jedoch in Standardteilen, um die Kosten für Entwicklung uns Einsatz gering zu halten.

PSA und der reine E-Antrieb

Völlig anders stellt sich die Situation bei Citroën dar. Dort schiebt PSA-Konzernchef Carlos Tavares die Elektrifizierung seines Unternehmens immer stärker voran. „Die Welt will künftig nur noch reine Elektroantriebe. Citroën, Opel und Peugeot werden deshalb das machen, was von uns gefordert wird“, betont der Portugiese im Gespräch mit Motorsport aktuell die Ausrichtung der Modellpalette. Das bedeutet im Umkehrschluss: Selbst bei einem Wechsel auf den Hybridantrieb sieht Tavares für seine Konzernmarken keinerlei Zukunft in der Rallye-Weltmeisterschaft.