Gleich mehrere Baustellen für M-Sport

In den vergangenen zwei Jahren lieferte M-Sport eine beeindruckende Leistung in der Rallye-Weltmeisterschaft ab. Man gewann die Herstellerwertung und verhalf Sebastien Ogier zu zwei weiteren Titeln. Doch der Einsatz hat Spuren hinterlassen.

In den vergangenen zwei Jahren lieferte M-Sport eine beeindruckende Leistung in der Rallye-Weltmeisterschaft ab. Man gewann die Herstellerwertung und verhalf Sebastien Ogier zu zwei weiteren Titeln. Doch der Einsatz hat Spuren hinterlassen.

Diese Rolle ist Malcolm Wilson seit Jahren gewöhnt. Obwohl sein M-Sport-Team beeindruckende Leistungen abliefert, ist der Kampf um Sponsoren hart bis aussichtslos. Selbst von Partner Ford kommt nicht die Unterstützung, die man sich erhofft hat, an einen echten Werkseinsatz ist nicht ansatzweise zu denken.

Dennoch leistete sich Wilson vor zwei Jahren den Luxus und lotste Sebastien Ogier zu sich. Mit dem Franzosen an seiner Seite feierte der Brite die zwei erfolgreichsten Jahre in der Weltmeisterschaft, doch diese haben tiefe Spuren auf dem Firmenkonto hinterlassen. Die Konsequenz: Wilson zieht sich ein großes Stück aus der Rallye-WM zurück und will sich künftig wieder verstärkt um die Geschäfte kümmern. 

Zwei Projekte liegen ihm dabei besonders am Herzen. Zum einen wird in diesem Jahr das neue Test- und Entwicklungszentrum von M-Sport eingeweiht und zum anderen feiert der neue Ford Fiesta R5 im Sommer Premiere. Mit dessen Vorgänger machte Wilson glänzende Geschäfte, doch seit die Konkurrenz nachgezogen hat, muss M-Sport erneut einen Volltreffer landen. „Noch nie haben wir so viel Entwicklungsarbeit in ein neues Fahrzeug investiert“, erklärte Wilson und fordert von seiner Truppe: „Der Fiesta R5 soll auf Anhieb siegfähig sein.“

Erfolgreiche Zusammenarbeit: Sebastien Ogier und Malcolm Wilson

Nebenbei will Wilson versuchen, den Verkauf von World Rally Cars anzukurbeln, in der Vergangenheit eine große Einnahmequelle für seine Firma. „Es gab Jahre, in denen haben wir 8 bis 14 WRC verkauft. Ich hatte gedacht, dieser Trend setzt sich fort, doch in den letzten zwei Jahren haben wir nur zwei Autos verkauft“, verriet Wilson.

Seine Rolle als Teamchef in der Rallye-WM wird in diesem Jahr Richard Millener übernehmen. „Ich bleibe aber im Hintergrund“, betont Wilson und stellt klar, dass die angespannte finanzielle Lage die Weiterentwicklung des Fiesta WRC nicht beeinträchtigen wird. 

Das Kundengeschäft soll angekurbelt werden: Wilson will mehr Fiesta WRC verkaufen

Auch Millener ist überzeugt, dass M-Sport weiterhin um Siege kämpfen kann: „Ich sehe keinen Grund zu zweifeln, dass wir in diesem Jahr genauso konkurrenzfähig sein werden wie in der vergangenen Saison", betont der 34-jährige. „Natürlich müssen wir realistisch bleiben, denn wir wissen, wie stark sich die Konkurrenz aufgestellt hat. Aber wir haben schon oft unter Beweis gestellt, zu was wir in der Lage sind - daran wollen wir auch nichts ändern.“ 

Millener weiter: „Wir haben uns sehr auf die Weiterentwicklung des Fiesta WRC konzentriert und gehen bei der ,Monte' mit zahlreichen Verbesserungen an den Start, weitere Schritte folgen in den kommenden sechs Monaten. Und wir wissen, welches Potenzial in unseren jungen und ambitionierten Fahrern steckt. Elfyn Evans, Teemu Suninen und Pontus Tidemand brennen darauf, am nächsten Wochenende zu zeigen, was sie können. Ich gehe fest davon aus, dass uns erneut eine hochspannende Saison bevorsteht und dass wir um Siege und Podiumsplatzierungen kämpfen können.“