Ogier wünscht sich Umdenken bei Format und Hybrid

Sebastien Ogier ist überzeugt, dass sich die Rallye-Weltmeisterschaft dem aktuellen Zeitgeist anpassen muss. Dabei geht es nicht nur um die Einführung eines Hybrid-Antriebs, sondern auch um ein neues kompakteres Format der einzelnen Läufe.

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Sebastien Ogier ist überzeugt, dass sich die Rallye-Weltmeisterschaft dem aktuellen Zeitgeist anpassen muss. Dabei geht es nicht nur um die Einführung eines Hybrid-Antriebs, sondern auch um ein neues kompakteres Format der einzelnen Läufe.

Sebastien Ogier hat es erneut geschafft. Zusammen mit M-Sport konnte der Franzose seinen WM-Titel verteidigen. „Es war eine großartige Zeit mit Malcolm Wilson und seinem Team. Obwohl wir nicht über die größten Ressourcen verfügten und auch nicht das beste Auto hatten, waren wir wieder erfolgreich“, freute sich Ogier.

Im kommenden Jahr kehrt er zu Citroën zurück und die Chancen stehen gut, dass er seine Titelserie fortsetzen wird. „Das Auto hat jede Menge Potenzial“, ist Ogier vom C3 WRC überzeugt. Doch nicht alleine das Fahrzeug war ausschlaggebend für eine Rückkehr zu seinem alten Arbeitgeber. „Durch das neue Management und Pierre Budar (Team-Manager) herrscht dort eine echte Aufbruchsstimmung. Das war bei seinem Vorgänger Yves Matton nicht der Fall.“ 

Der Abgang des langjährigen Citroën-Hauptsponsors Abu Dahbi stört Ogier nicht, er bringt Red Bull mit ins Boot. Doch der österreichische Brause-Gigant füllt nicht das entstandene Loch auf, um doch noch ein drittes Auto einzusetzen. Ogier kann das nur recht sein, denn er hatte bereits vorsorglich darauf hingewiesen, dass Gasteinsätze von Sebastien Loeb seinen Titelambitionen eher abträglich sind. „Die Regeln müssten für solche Auftritte angepasst werden. Die ‚Gäste‘ profitieren von einer späten Startposition und sie verzerren den Wettbewerb.“ 

Hybrid und einen Tag weniger

Ogier gibt aber zu, dass es schwierig sein dürfte, dafür eine optimale Lösung zu finden. Auch seine nächste Forderung wird für längere Diskussionen sorgen. „Unser Sport muss sich weiterentwickeln“, meint der 34-jährige. „Wir müssen einen WM-Lauf kompakter gestalten. Drei Tage sind zu lang, wenn man heutzutage in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden will. Zwei Tage mit 300 Wertungskilometern dürften mehr Aufmerksamkeit finden.“

Die Weltmeisterschaft darf sich aus Sicht von Ogier auch nicht vor Einführung von Hybridantrieben verschließen. „Das ist beste Möglichkeit, neue Hersteller zu gewinnen. Andere Serien habe es bereits vorgemacht und wir sollten nicht mehr zu lange warten.“ 

Er selbst wird den Wandel nicht mehr als Aktiver erleben. Ogier erklärte noch einmal: „Ich wollte zwei Jahre bei Citroën fahren, weil ein Jahr zu kurz ist, um die Sache ordentlich zu machen. Aber es ist mein letzter Vertrag.“