Rallye Türkei nach WP7: Neuville führt plötzlich vor Ogier

Verlief die erste Schleife noch relativ ereignislos, überschlugen sich nach der Mittagspause der Ereignisse und das Klassement der Rallye Türkei wurde kräftig durcheinander gewirbelt. Es führt Thierry Neuville vor Sebastien Ogier.

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  • Sebastien Ogier liefert sich mit Thierry Neuville ein spannendes Duell

Verlief die erste Schleife noch relativ ereignislos, überschlugen sich nach der Mittagspause der Ereignisse und das Klassement der Rallye Türkei wurde kräftig durcheinander gewirbelt. Es führt Thierry Neuville vor Sebastien Ogier.

Die erste Prüfung nach der Servicepause entwickelte sich für Citroën zum Desaster. Mads Östberg und Craig Breen fingen sich auf der 38,1 Kilometer langen „Çetibeli 2“ jeweils einen Reifenschaden ein und fielen deutlich zurück. Für Östberg kam es kurze Zeit noch dicker: Er musste wegen einer defekten Aufhängung gänzlich aufgeben. 

Sebastien Ogier (Ford) nutzte die Prüfung dagegen für einen Überraschungsangriff, der ihn vom siebten auf den zweiten Platz nach vorne brachte. Thierry Neuville (Hyundai) wusste jedoch umgehend zu kontern und schob sich wieder vor seinen Titelkonkurrenten. „Ogier hat eben alle überrascht und ist auf Risiko gefahren. Darauf mussten wir antworten“, meinte Neuville trocken. 

Weil Andreas Mikkelsen (Hyundai) im Gegensatz zum Vormittag seine Reifen frühzeitig aufgearbeitet hatte und sich auf der letzten Tagesprüfung auch noch einen Fahrfehler leistete, kam Neuville trotz eines Beinahe-Drehers sogar an die Spitze des Feldes.

Zwischen ihm und Ogier bleibt es aber richtig spannend. Im Ziel der Etappe trennten beide nach 146 Wertungskilometer gerade einmal drei Zehntel. „Schade, dass wir heute Morgen im dichten Staub viele Sekunden verloren haben. Aber grundsätzlich bin ich mit dem Tag zufrieden“, sagte Ogier.

Hinter dem Podium versuchten die Toyota-Piloten mit etlichen Maßnahmen, die Fahrbarkeit ihrer Fahrzeuge zu verbessern. „Ich habe mein Auto tiefergelegt“, erklärte Ott Tänak. „Das funktionierte auf dieser Prüfung, aber auf den rauen Abschnitten kann ich es nicht machen.“ Gerade dort verlor man zu viel Zeit auf die Konkurrenz, zum Glück soll es am zweiten Tag nicht mehr ganz so hart zugehen. An diese Hoffnung klammert sich Jari-Matti Latvala, der als bester Toyota-Pilot Vierter ist. „Wir liegen nur 16 Sekunden hinter der Spitze zurück. Das ist nicht so schlecht“, meinte der Finne.

Für Elfyn Evans endete der Tag zur gleichen Zeit als Östberg liegen blieb und auch der Ford-Pilot musste wegen einer gebrochenen Aufhängung aufgeben. Allerdings lag Evans bereits weit zurück. Am Morgen war er durch einen Schaden am hinteren Differenzial ausgebremst worden.

Reifendramen in der WRC2

Nicht weniger turbulent ging es in der WRC2-Wertung zu. Die beiden Führenden Jan Kopecky und Pontus Tidemand (beide Skoda) fingen sich Reifenschäden ein. Titelverteidiger Tidemand musste sogar auf der letzten Tagesprüfung stoppen. Kopecky konnte sich dagegen wieder fangen und WRC2-Debütant Chris Ingram (Skoda) wieder von der Spitze verdrängen. Schnellster Skoda-Pilot ist übrigens Henning Solberg, der zusammen mit Beifahrerin Ilka Minor der zehnten Gesamtplatz belegt, allerdings nicht in der WRC2 gemeldet ist.

In der Junior-WM kann sich Julius Tannert weiterhin an der Spitze behaupten. Der Sachse war mit einer Bestzeit in den Tag gestartet und liegt im Etappenziel 7,9 Sekunden vor Ken Torn.

Die Samstagsetappe der Rallye Türkei führt über sechs Wertungsprüfungen mit rund 131 Kilometern. Weiter geht es ab 7:35 Uhr (MEZ).

Zwischenstand nach WP7

1.Neuville / GilsoulHyundai i20 WRC1:52:28.2
2.Ogier / IngrassiaFord Fiesta WRC+0:00.3
3.Mikkelsen / JaegerHyundai i20 WRC+0:02.6
4.Latvala / AnttilaToyota Yaris WRC+0:16.3
5.Tänak / JärveojaToyota Yaris WRC+0:31.9
6.Paddon / MarshallHyundai i20 WRC+0:35.1
7.Lappi / FermToyota Yaris WRC+0:36.3
8.Breen / MartinCitroën C3 WRC+0:50.1
9.Suninen / MarkkulaFord Fiesta WRC+1:02.9
10.Solberg / MinorSkoda Fabia R5+6:52.0

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