Rallye Türkei nach WP4: Vierkampf um die Spitze

Die erste Schleife der Rallye Türkei ist geschafft und die befürchteten Reifenschäden gab es nicht. Aber die richtige Einteilung der Pneus war ein entscheidender Faktor, wie das Beispiel von Andreas Mikkelsen zeigte.

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Die erste Schleife der Rallye Türkei ist geschafft und die befürchteten Reifenschäden gab es nicht. Aber die richtige Einteilung der Pneus war ein entscheidender Faktor, wie das Beispiel von Andreas Mikkelsen zeigte.

Loses Geröll, Staubwolken und eine tiefstehende Sonne. Für die erste echte Prüfung der Rallye Türkei mussten die Fahrer am frühen Freitagmorgen hellwach sein. Craig Breen nutzte die Gunst der Stunde und nutzte seine späte Startposition optimal aus. Mit 28:32,3 Minuten holte sich der Citroën-Pilot auf den 38,1 Wertungskilometern die Bestzeit und die Führung.

Doch dann schlug die Stunde von WM-Spitzenreiter Thierry Neuville. Der muss heute als erster Fahrer in die Spur und hatte überhaupt nicht damit gerechnet, in die Nähe der Bestzeiten zu kommen. Allerdings schien der Belgier - am Morgen wie viele andere auch durch einen Feueralarm im Hotel unsanft geweckt - auf den Strecken durchaus mutiger als der Rest vorzugehen und prompt landete er auf der dritten Prüfung ganz vorn. Das brachte ihm in der Gesamtwertung den vierten Platz ein und viel wichtiger noch: Neuville liegt deutlich vor seinem Titelrivalen Sebastien Ogier, der am Morgen keinen richtigen Rhythmus fand. 

Während die Konkurrenten kräftig Gas gaben, hielt sich Andreas Mikkelsen bewusst zurück, um seine Reifen zu schonen. Der Hyundai-Pilot hatte am Morgen im Gegensatz zu seinen Gegnern auf eine weichere Reifenmischung gesetzt und diesen Vorteil spielte er auf der vierten Prüfung aus. Mit seiner zweiten Bestzeit übernahm Mikkelsen erneut die Führung in der Gesamtwertung. Breen rutschte auf Platz zwei zurück, dicht gefolgt von seinem Teamkollegen Mads Östberg, der es jedoch mit Neuville zu tun bekommt. „Die Bedingungen sind unvorhersehbar und man muss seine Fahrweise für jede Prüfung anpassen“, erklärte Östberg, der über die geringe Ausfallquote erstaunt war. „Mich wundert, dass wir bislang so wenige Dramen erlebten.“

Lediglich Elfyn Evans beschädigte das hintere Differenzial seines Ford Fiesta WRC und während sein Teamchef Malcolm Wilson bereits von einem Ausfall sprach, flickte der Waliser das Ölleck und erreichte mit großem Rückstand immerhin den Mittagsservice.

Weniger gut lief es auch für die Toyotas. Alle drei Fahrer suchten vergeblich nach Traktion und belegen lediglich die hinteren Punkteränge. „Ich muss schneller werden, aber ich weiß nicht wie“, stöhnte Esapekka Lappi, der als Sechster bester Toyota-Fahrer ist. 

WRC2-Titelkampf: Kopecky vorn

Im Skoda-internen Duell um die WRC2-Krone kann sich Jan Kopecky knapp vor seinem Teamkollegen Pontus Tidemand behaupten. Die beiden Werksfahrer trennen zur Servicepause gerade einmal fünf Sekunden. 

In der Junior-Wertung liegt Julius Tannert vorn. Der Sachse konnte sich auf der langen Auftaktprüfung die Bestzeit sichern und führt das Klassement mit 6,2 Sekunden vor Denis Radström an.

Zwischenstand nach WP4

1.Mikkelsen / JaegerHyundai i20 WRC57:33.2
2.Breen / MartinCitroën C3 WRC+0:06.3
3.Östberg / EriksenCitroën C3 WRC+0:08.2
4.Neuville / GilsoulHyundai i20 WRC+0:13.1
5.Paddon / MarshallHyundai i20 WRC+0:20.4
6.Latvala / AnttilaToyota Yaris WRC+0:23.2
7.Ogier / IngrassiaFord Fiesta WRC+0:23.6
8.Lappi / FermToyota Yaris WRC+0:32.1
9.Tänak / JärveojaToyota Yaris WRC+0:33.4
10.Suninen / MarkkulaFord Fiesta WRC+0:48.1

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