M-Sport: Neue Aerodynamik ist erst der Anfang

In Finnland setzte M-Sport erstmals eine veränderte Aerodynamik am Heck des Ford Fiesta WRC ein. Es ist der erste Teil eines Maßnahmenkatalogs, mit dem man die Konkurrenzfähigkeit des Autos verbessern will.

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In Finnland setzte M-Sport erstmals eine veränderte Aerodynamik am Heck des Ford Fiesta WRC ein. Es ist der erste Teil eines Maßnahmenkatalogs, mit dem man die Konkurrenzfähigkeit des Autos verbessern will.

Der diesjährige Titelkampf könnte die Spannung der letzten Saison noch übertrumpfen. Sebastien Ogier ist die Rolle des Gejagten los und sieht sich nun in der Verfolgerrolle. Das setzt beim Franzosen wie gewohnt einen Extraschub Motivation frei, aber auch bei seinem M-Sport-Team werden alle Möglichkeiten ausgereizt.

In Finnland setzte die Truppe von Malcolm Wilson erstmals eine neue Aerodynamik ein, sie ist das Produkt der Zusammenarbeit mit Ford Performance und versprach auf dem Papier bis 30 Prozent mehr Abtrieb. Allerdings bereiteten die neue Teile Ogier und seinen Ingenieuren jede Menge Kopfzerbrechen, denn obwohl das Heck in schnellen Kurven stabiler ist, war die Aerodynamik des Fiesta WRC aus der Balance geraten, weil die Front unverändert blieb.

„Ich habe kein Vertrauen in die Vorderachse“, gestand Ogier, der zudem erstmals auf Dämpfer von ZF vertraute, doch auch in diesem Bereich war die Vorbereitungszeit zu knapp bemessen. Der Titelverteidiger musste die Hilfe seiner Teamkollegen in Anspruch nehmen, um seinem Konkurrenten Thierry Neuville wieder Punkte abzuknöpfen.

Aber es gibt Hoffnung für Ogier. „Die neue Aerodynamik war das erste Ergebnis unserer Zusammenarbeit mit Ford, aber wir arbeiten mit ihnen auch in vielen anderen Bereichen des Autos. Weitere Veränderungen werden in Kürze kommen“, versprach M-Sport-Techniker Massimo Carriero. „Wir nutzen für die Verbesserung der Fahrdynamik eine umfassende Simulation und arbeiten am Motor und in anderen Bereichen, wie zum Beispiel der Lenkung.“

Der Toyota Yaris WRC wurde als erstes Auto mit den gewaltigen Rippen an den hinteren Kotflügel ausgerüstet

Die Ähnlichkeit zwischen der neuen Aerodynamik des Fiesta und des Toyota Yaris WRC überrascht Carriero nicht: „Natürlich ist diese gegeben. Bei beiden Autos soll die heiße Luft aus den hinteren Radkästen abgeführt werden. Ohne diese Auslässe würde sich die Luft anstauen und das Auto förmlich anheben. Das senkt den Anpressdruck. Hyundai, Toyota und jetzt M-Sport haben sich stark angenähert, auf der anderen Seite verfolgt Citroën eine eigene Richtung, die auch der Volkswagen Polo WRC 2017 genommen hätte. Manchmal kann man Dinge von anderen Teams übernehmen, manchmal nicht. Jedes Auto hat ein unterschiedliches Basiskonzept.“

Während bei der ultraschnellen Rallye Finnland die Aerodynamik eine große Rolle spielte, ist das Tempo bei der anstehenden Rallye Deutschland deutlich geringer. Zudem wird Ogier auf Asphalt wieder auf die bislang eingesetzten Reiger-Dämpfer zurückrüsten und hofft, dass weitere Veränderungen an seinem Auto nicht mehr zu lange auf sich warten lassen.